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Deutscher Tanker überfallen - Seemann getötet

Piratenüberfall vor BeninGroßansicht
Hamburg (dpa) - Tödliche Piraten-Attacke vor Westafrika: Seeräuber haben vor der Küste Benins einen deutschen Öl-Tanker überfallen. Bei den Angriff am Dienstag erschossen die Piraten den aus der Ukraine stammenden 1. Offizier der «Cancale Star», vier andere Besatzungsmitglieder wurden verletzt.

Das bestätigte die Hamburger Reederei «Chemikalien Seetransport» am Mittwoch. Die Piraten plünderten den Schiffstresor und ergriffen dann die Flucht. Der Crew gelang es nach Angaben der Reederei einen der Männer zu überwältigen. Nach dem Anlegen in der Hafenstadt Cotonou wurde der Pirat den Behörden in Benin übergeben. Der vermutlich aus Nigeria stammende Mann werde vernommen, hieß es aus Benin.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Raubmordes und Angriffs auf den Seeverkehr ein. Das Verfahren richte sich gegen Unbekannt, sagte der Sprecher der Behörde, Wilhelm Möllers. Die Staatsanwaltschaft in der Hansestadt ist zuständig, weil es sich um ein Schiff einer Hamburger Reederei handelt.

Der Überfall ereignete sich unbestätigten Angaben zufolge mehr als 30 Kilometer (mehr als 16 Seemeilen) vor der Küste Benins. Westafrika gilt als ein stark gefährdetes Gebiet, auch wenn es sehr viel weniger von Piraten heimgesucht wird als die Gewässer vor Somalia im Osten des Kontinents. Zwischen Jahresbeginn und Ende Oktober zählte die Internationale Handelskammer dort 20 Piratenangriffe, wobei die Dunkelziffer als sehr hoch eingeschätzt wird. Die Schiffe werden meist vor Nigeria, das östlich an Benin angrenzt, verübt.

Insgesamt befanden sich 24 Besatzungsmitglieder an Bord des Tankers. Sie stammten aus der Ukraine, aus Litauen und den Philippinen. Der Kapitän ist Lette. Der Tanker war nach Angaben des Sprechers in Rotterdam mit Öl beladen worden und hatte vor dem Überfall zuletzt in Nigeria angelegt.

Das Hamburger Unternehmen zeigte sich bestürzt über den Angriff und sprach der Familie des getöteten Ukrainers ihr Beileid aus: «Unser Gedanken gehen an die Angehörigen des Besatzungsmitgliedes», heißt es in einer Mitteilung. Die Chemikalien Seetransport GmbH bereedert nach eigenen Angaben seit mehr als 35 Jahren hoch spezialisierte Schiffe.

Schifffahrt / Piraten / Benin
25.11.2009 · 18:38 Uhr
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