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Deutscher stirbt bei Waldbrand im Süden Spaniens

Waldbrand bei MarbellaGroßansicht

Málaga (dpa) - In den Flammen der verheerendsten Waldbrände an der Costa del Sol seit zwei Jahrzehnten ist ein Deutscher ums Leben gekommen. Der 54-jährige Mann sei in seinem Haus in dem spanischen Feriengebiet verbrannt, bestätigte eine Polizeisprecherin in Málaga am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Die verkohlte Leiche sei nahe der Ortschaft Ojén nördlich von Marbella aus den Trümmern des hölzernen Gebäudes geborgen worden. Eine Autopsie solle die Identität des Opfers zweifelsfrei feststellen. Zunächst hatte es geheißen, der Tote sei ein 78 Jahre alter Brite.

Die Polizei hatte aufgrund des Feuers die Evakuierung der gesamten Ortschaft Ojén angeordnet. Der Deutsche war offensichtlich vorzeitig in sein Haus zurückgekehrt, in dem er nach Angaben der Zeitung «Sur» mit seinen Hunden gelebt hatte.

Das Flammen-Inferno war das verheerendste seit mehr als 20 Jahren in der Region. Nach Schätzungen der Feuerwehr brannten rund um die Ortschaften Míjas, Coín, Ojén und Marbella mehr als 5000 Hektar Wald- und Buschland nieder. Fünf Menschen wurden verletzt, darunter eine Mutter mit zwei Kindern, die in eine Höhle geflüchtet waren.

Die Löschmannschaften brachten die Flammen am Samstag unter Kontrolle. Zeitweise hatten 6500 Bewohner mehrerer Ortschaften ihre Häuser verlassen müssen. Auch Touristenhotels wurden evakuiert. Der Feuerwehr gelang es, ein Übergreifen des Brandes auf den Ortskern von Ojén und auf den Naturpark der Sierra de las Nieves zu verhindern.

Die Regierung der Region Andalusien ging davon aus, dass Brandstifter das Feuer legten. Demgegenüber berichtete «Sur» unter Berufung auf Ermittler, dass der Brand möglicherweise aus eine Fahrlässigkeit - wie das unerlaubte Niederbrennen eines Stoppelfeldes oder durch ein Lagerfeuer von Wanderern - ausgelöst worden sei.

Der Brand war am Donnerstag bei Coín in den Bergen der Sierra Negra ausgebrochen. Infolge eines starken Windes und hoher Temperaturen breiteten die Flammen sich mit einer Geschwindigkeit von mehr als zehn Kilometer pro Stunde in drei verschiedene Richtungen aus. In den vornehmen Außenbezirken von Marbella wurden mehrere Villen ein Raub der Flammen.

Das Feuer griff auch auf ein Landgut des Schlagersängers Julio Iglesias über. «Wie durch ein Wunder wurde das Wohnhaus nicht beschädigt», sagte der Musiker, der sich zur Zeit des Feuers nicht in der Gegend aufgehalten hatte, der Zeitung «Sur». «Aber der gesamte Baumbestand wurde vernichtet. Das ist für mich eine Tragödie, denn ich hatte die Bepflanzung vor Jahren mit meinen eigenen Händen angelegt», sagte Iglesias.

Seit Jahresbeginn zerstörten die Brände in Spanien nach Angaben des Agrarministeriums etwa 153 000 Hektar Wald. Das ist dreimal so viel wie im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

Brände / Spanien
02.09.2012 · 14:19 Uhr
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