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Deutscher Botschafter: Chilenen sind erleichtert und stolz

Santiago de Chile/Berlin (dpa) - Die Rettungsaktion im Bergwerk San José in Chile läuft wie geplant. Immer mehr Kumpel werden befreit, die Freude bei Angehörigen und Freunden ist riesig. Die Nachrichtenagentur dpa sprach mit dem deutschen Botschafter in Chile, Dr. Michael Glotzbach. Er begleitet derzeit Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse bei Terminen in der chilenischen Hauptstadt.

Wie erleben Sie die Stimmung in Chile derzeit?

Glotzbach: «Die Stimmung ist euphorisch. Es mischt sich Erleichterung mit Freude, aber auch Stolz. Die Rettungsaktion ist eine gewaltige logistische Leistung, an der die verschiedensten Techniker, Mediziner und Bergbauspezialisten mitgewirkt haben. Chile ist stolz darauf, diese komplizierte Operation als relativ kleines Land erfolgreich durchzuführen.»

Inwieweit hat die deutsche Botschaft bei der Rettungsaktion mitgeholfen?

Glotzbach: «Es gab kein offizielles Hilfeersuchen der chilenischen Regierung. Bundespräsident Wulff hat in einem Brief an den chilenischen Präsidenten deutsche Hilfe angeboten. Davon wurde aber nur indirekt Gebrauch gemacht. Das staatliche Bergwerksunternehmen, das mit der Rettung beauftragt wurde, ist direkt mit deutschen Lieferanten in Kontakt getreten, um benötigte Materialien zu bekommen.»

Was wünschen Sie persönlich den geretteten Bergleuten?

Glotzbach: «Ich wünsche ihnen natürlich eine gute Zukunft. Das Problem ist, dass die Mine möglicherweise in Konkurs gehen wird. Darüber wird bis Ende Oktober entschieden. Darum ist auch die berufliche Zukunft der Bergmänner noch ungewiss. Nach der ganzen Aufregung und den medizinischen Untersuchungen im Krankenhaus wird es später darum gehen, dass diese Männer weiterhin Arbeit haben.»

Notfälle / Reaktionen / Chile
13.10.2010 · 22:47 Uhr
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