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Deutsche Satelliten-Bilder helfen in Haiti

Eine Schadensbewertungskarten des es Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt das Ausmaß der Zerstörung im Hafengebiet von Port-au-Prince.Großansicht
Köln/Oberpfaffenhofen (dpa) - Bei ihren Hilfsaktionen in Haiti nutzen die internationalen Einsatzkräfte satellitenbasierte Karten deutscher Experten. «Wir wandeln Satellitenbilder sehr schnell in leicht lesbare und verständliche Informationen um, haben Straßenbilder von Port-au-Prince digitalisiert, um eine Navigation vor Ort zu erleichtern.»

Das sagte Stefan Voigt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag in Köln. Hilfsorganisationen und UN- Stellen nutzen die frei nutzbaren Internet-Informationen. «Damit möglichst schnell und effizient geholfen werden kann, unterstützen wir die Logistik.» Denn gerade diese ist ein Riesenproblem in der weitgehend zerstörten Stadt.

«Weil nicht alle Helfer einen Laptop haben und die Infrastruktur zusammengebrochen ist, gehen auch gedruckte Kartensätze per Flugzeug nach Haiti raus», erklärt Wissenschaftler Voigt. Sie werden aktuell vom Deutschen Roten Kreuz genutzt. Andere wie das Technische Hilfswerk drucken aus den DLR-Online-Bildern eigene Karten für ihre Einsatzkräfte. «Die Bilder sind sehr präzise.» Aber: «Die Auswertung stößt an ihre wissenschaftlichen Grenzen. Bei subtilen Gebäudeschäden ist anhand von Bildern aus 600 Kilometern Entfernung aus dem Weltraum natürlich nicht erkennbar, ob die Mauern kippen werden oder nicht.»

Die Hilfsorganisationen erkennen mit den DLR-Bildern, welche Straßen befahrbar sind oder wo Freiflächen für Nothilfe-Einrichtungen zur Verfügung stehen. «Wir haben uns bisher auf die schwer zerstörte Hauptstadt konzentriert und kartographieren jetzt weitere Ortschaften, arbeiten auch nach Anfrage der Helfer», betonte Voigt.

Er und weitere rund 30 Wissenschaftler arbeiten - im Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI/Oberpaffenhofen) unter dem DLR-Dach - seit dem Erdbeben rund um die Uhr im Schichtbetrieb. Sie verwenden dabei Daten des DLR-betriebenen deutschen Satelliten TerraSAR-X, der schon mehrfach zum Katastrophenmanagement genutzt wurde. «Wir haben hier ein Datenarchiv und zusätzlich Zugriff auf den Satelliten TerraSAR-X, den wir sehr schnell ausgerichtet und umprogrammiert haben, damit wir Bilder von Haiti bekommen konnten.»

«Vor einigen Jahren waren wir die einzigen, die diesen Service anbieten konnten, mittlerweile gibt es weitere Anbieter. Wir sind untereinander gut vernetzt, arbeiten mit europäischen und internationalen Partnern zusammen.» Bei Kapazität und Reaktionsschnelligkeit liege das DLR aber vorne. Auch bei der Tsunami-Katastrophe in Asien 2004 und dem Erdbeben in Pakistan 2005 leisteten die Experten mit ihren Bilddaten logistische Hilfe.

http://dpaq.de/0H57w

Erdbeben / Haiti
18.01.2010 · 23:01 Uhr
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