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Deutsche lassen sich immer öfter einäschern oder anonym bestatten

Münche (dts) - Immer mehr Deutsche lassen sich nach ihrem Tod einäschern und zudem bevorzugen immer mehr eine preiswerte anonyme Bestattung. Dadurch entgehen den kommunalen Friedhöfen wichtige Einnahmen, wie "Friedhofsforscher" Professor Norbert Fischer dem am Montag erscheinenden "Focus" sagte. Durch den verringerten Raumbedarf aufgrund von Urnenbeisetzungen bestehe auf deutschen Friedhöfen kein Platzmangel mehr. Ihre Areale dürften in Zukunft eher schrumpfen, so Fischer. Außerdem verlören die kommunalen Friedhöfe Marktanteile an die mehr als 80 privaten "Friedwälder", den Waldgebieten für Urnenbestattungen. Anonyme Beisetzungen nehmen laut Fischer zu, weil die Menschen ihren Hinterbliebenen "keine Arbeit und keine Kosten" machen wollten, oder weil sie sich sagten: "Ich will einfach kein Geld auf dem Friedhof vergeuden, ich will das Geld lieber verkonsumieren – oder vererben." Fischer, der als Historiker und Volkskundler den Wandel der Bestattungssitten erforscht, hält es nur für eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland der Friedhofszwang für Urnenbestattungen aufgehoben wird. Dann dürften die Hinterbliebenen über die Asche des Verstorbenen frei verfügen – und sie überall verstreuen.
DEU / Familien / Religion
01.11.2009 · 08:49 Uhr
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