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Der Winter ist zurück - und damit das Verkehrschaos

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Hamburg (dpa) - Kaum hatten sich die ersten Krokusse durch den vereisten Boden gebohrt, hat Tief «Yve» zahlreiche Regionen Deutschlands wieder mit einer dichten Schneedecke bedeckt - und für Chaos auf den Straßen gesorgt. In der Nacht zum Samstag ging auf vielen Autobahnen gar nichts mehr.

Lastwagen standen quer, Autos rutschten ineinander, auf zahlreichen Flughäfen und Bahnstrecken kam es zu Behinderungen. Mindestens drei Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Der Hamburger Flughafen musste wegen des starken Schneefalls kurzfristig gesperrt werden, was noch am Samstag zu Verspätungen führte. Auch am Münchner Flughafen wurden Flüge annulliert oder starteten mit Verspätungen. Auf den Flughäfen in Hannover und Bremen mussten die Menschen ebenfalls noch am Samstag Zeit und Geduld mitbringen: Verbindungen fielen aus, andere Flüge hatten Verspätung.

Im niedersächsischen Wolfenbüttel war am späten Abend ein 26-Jähriger mit seinem Wagen von der Straße abgekommen und herausgeschleudert worden. Für den jungen Mann kam jeder Hilfe zu spät. Seine Begleiterin wurde nur leicht verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden zu schnell unterwegs waren. In Magdeburg kamen bei einem Unfall zwei Menschen auf schneeglatter Fahrbahn ums Leben. Näheres wusste die Polizei zunächst nicht.

Bei dichtem Schneetreiben kam es am Freitag auf der Autobahn A 4 zwischen Dresden und Chemnitz zu zwei Massenkarambolagen. Die Autobahn war rund zehn Stunden abschnittsweise gesperrt. An den Unfällen waren laut Polizei mehr als 70 Fahrzeuge beteiligt. 24 Menschen wurden verletzt. Am Dreieck Dresden Richtung Chemnitz fuhren 29 Autos und sieben Laster ineinander. Dort gab es 19 Verletzte, mindestens ein Mensch wurde schwer verletzt. Aus Richtung Chemnitz krachte es vor der Abfahrt Wilsdruff. 37 Fahrzeuge stießen zusammen; elf davon waren Lastwagen. Einer hatte gefährliche Reinigungsmittel geladen. Die Ladung sei unversehrt geblieben, hieß es. Laut Polizei gab es bei diesem Unfall fünf Verletzte.

Auch in Halle in Westfalen sorgte Schneegestöber für eine Massenkarambolage, bei der 14 Wagen ineinander prallten. Hinter einer Bergkuppe war ein Autofahrer wegen der schlechten Sicht gegen die Leitplanke gefahren, teilte die Polizei in Gütersloh mit. Nachkommende Autos fuhren in den liegengebliebenen Wagen, darunter auch zwei Rettungswagen und das Einsatzfahrzeug eines Notarztes, die zu der Unfallstelle gerufen worden waren. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 200 000 Euro.

Bei Würzburg wurde ein Lastwagenfahrer schwer verletzt, als er auf einer Mainbrücke von der Fahrbahn abkam und mit seinem Fahrzeug acht bis zehn Meter in die Tiefe stürzte und am Ufer aufschlug. Rettungskräfte befreiten den Mann aus dem Führerhaus und brachten ihn in ein Krankenhaus. Die A 70 bei Kulmbach war in Richtung Bayreuth stundenlang gesperrt, nachdem drei schwere Sattelzüge ineinandergerutscht waren. Auf der A 3 in Fahrtrichtung Nürnberg standen nach Polizeiangaben zwischen Würzburg/Kist und Rohrbrunn die Autos zeitweise bis zu 35 Kilometer im Stau.

Vor allem Steigungen machten den Autofahrern immer wieder zu schaffen: Auf der A 3 Frankfurt-Köln blockierten Lastwagen an der Steigungsstrecke Elzer Berg den Verkehr. In Baden-Württemberg sperrte die Polizei vorübergehend den Albaufstieg der A 8 in Richtung München. Auch dort waren Lastwagen liegengeblieben. Im bayerischen Neustadt scheiterte ein Rettungswagen an der Steigung zum Krankenhaus. Erst als ein Räumdienst die Straße von Eis und Schnee befreit hatte, konnte der Krankenwagen den Patienten zur Notaufnahme bringen.

In Nordrhein-Westfalen registrierte die Polizei mehr als 335 witterungsbedingte Verkehrsunfälle innerhalb von zehn Stunden. Dabei erlitten 45 Menschen Verletzungen. Im Sauer- und Siegerland fielen mehr als 20 Zentimeter Neuschnee. Immer wieder mussten Straßen und Autobahnen vorübergehend gesperrt werden. Auch im Norden Deutschlands brachte eine dichte Schneedecke den Verkehr zum Stocken - und die Autofahrer in Rutschen. Die Polizei in Hamburg zählte bis Samstagmorgen 130 Verkehrsunfälle. Im Norden Schleswig-Holsteins krachte es in der Nacht mindestens 30 Mal. 

m Harz freuten sich indes der Tourismusverband über beste Wintersportbedingungen. Bis zu 30 Zentimeter Neuschnee bescherte der Wintereinbruch dem Oberharz. Dort wurde am Samstagmorgen eine Gesamtschneehöhe von 140 Zentimetern gemessen.

Auch in der benachbarten Schweiz sorgten Eis und Schnee für erhebliche Behinderungen. Im deutschsprachigen Teil des Landes kam es nach Angaben der Behörden zu mehr als 100 Unfällen. Die Verkehrsbetriebe Zürich mussten ihren Busbetrieb vollständig einstellen. Zahlreiche Busse seien steckengeblieben oder in Unfälle verwickelt gewesen.

Für das Wochenende ist in vielen Regionen weiterhin mit leichten Schneefällen, eisigen Temperaturen und vor allem Glätte zu rechnen. Grund sind Tauwetter und Schneeschmelze am Tag, gefolgt von eiskalten Nächten mit bis zu minus 15 Grad, teilte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mit. Am Sonntag soll es dann vielerorts extrem sonnig werden, bevor die Temperaturen in der kommenden Woche langsam wieder steigen.

Wetter / Verkehr
06.03.2010 · 16:43 Uhr
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