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Der Unfall von Samuel Koch und seine Folgen

Mit Hilfe von Sprungfedern wollte der damals 23-Jährige über fünf fahrende Autos hüpfen. Er prallte gegen einen der Wagen und blieb regungslos am Boden liegen. Die ZDF-Liveshow wurde daraufhin abgebrochen. Foto: Oliver BergGroßansicht

Berlin (dpa) - Der schlimme Unfall von Samuel Koch bei «Wetten, dass..?» vor einem Jahr hat bundesweit für Entsetzen gesorgt. Der Wettkandidat ist seitdem querschnittsgelähmt. Moderator Thomas Gottschalk hat das Unglück dazu bewogen, die Show aufzugeben.

4. Dezember 2010: Wettkandidat Samuel Koch verunglückt bei seinem waghalsigen Auftritt in der «Wetten, dass..?»-Show in Düsseldorf. Mit Hilfe von Sprungfedern unter den Füßen will der damals 23-Jährige über fünf fahrende Autos hüpfen. Er prallt gegen einen der Wagen und bleibt regungslos am Boden liegen. Die ZDF-Liveshow wird abgebrochen, Koch in die Düsseldorfer Uni-Klinik gebracht.

5. Dezember: Kochs Zustand verschlechtert sich, er wird in ein künstliches Koma versetzt. Der passionierte Sportler hat eine Verletzung an der Halswirbelsäule und kämpft mit Lähmungen, ist aber nicht in Lebensgefahr. Die riskante Wette entfacht eine öffentliche Debatte über die Quotenjagd im deutschen Fernsehen.

6. Dezember: ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut erklärt, dass «Wetten, dass..?» auf jeden Fall weitergeht, aber die Sicherheitsstandards erhöht werden sollen.

7. Dezember: Koch erwacht aus dem künstlichen Koma, ob er aber vollständig genesen wird, ist ungewiss. Der 23-Jährige ist ansprechbar und kann sich verständlich machen, die Beine und teilweise die Arme sind aber weiterhin gelähmt.

9. Dezember: Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft sieht keinen Anlass für Ermittlungen gegen die Fernsehmacher. Bei den Behörden sind inzwischen fünf Strafanzeigen eingegangen.

10. Dezember: Gottschalk erklärt, Koch gehe es besser. Der Moderator hatte kurz vorher mit Kochs Vater Christoph gesprochen. Das zwölf Minuten lange Interview wird zwei Tage später bei Gottschalks Jahresrückblick «Menschen 2010» im ZDF gezeigt. Eine Task-Force soll untersuchen, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

11. Dezember: Koch wird in eine Spezialklinik in der Schweiz verlegt. Im Paraplegiker-Zentrum Nottwil nahe Luzern wird er weiter auf der Intensivstation betreut.

6. Januar 2011: Kochs Vater erklärt in einer schriftlichen Stellungnahme zum Gesundheitszustand seines Sohnes, «Bewusstsein, Atmung und Kreislauf werden langsam besser».

26. Januar: Zwei Gutachten sprechen das ZDF von Schuld am Unfall frei, die Sicherheitsmaßnahmen seien eingehalten worden. Programmchef Bellut betont, dass der Sender trotzdem die Verantwortung für das Unglück trage. Das ZDF kündigt an, künftig auf Risiko-Wetten bei «Wetten, dass..?» zu verzichten.

12. Februar: In der Jubiläumssendung zum 30. Geburtstag von «Wetten, dass..?» erklärt Gottschalk, die Moderation nach 24 Jahren abzugeben. Er könne nach dem Unfall «in dieser Show nicht weitermachen, als wäre nichts passiert», sagt Gottschalk zu Beginn der Show in Halle/Saale.

20. Februar: Koch glaubt fest daran, wieder laufen zu können. Der «Bild am Sonntag» sagt er: «Ich will wieder voll zurück ins Leben. Ich weiß definitiv, dass ich hier auf meinen eigenen zwei Beinen rausgehen werde.»

4. Juni: Sechs Monate nach dem Unfall besucht Gottschalks Co-Moderatorin Michelle Hunziker den weiterhin gelähmten Koch in der Reha-Klinik in der Schweiz.

26. Juni: Koch gibt in der ZDF-Sendung «Peter Hahne» sein erstes Fernsehinterview. Er spricht über seine Querschnittslähmung und die Zeit in der Klinik. Die große Anteilnahme habe ihm Kraft gegeben, sagt Koch.

13. November: Koch erklärt, noch vor Weihnachten aus der Klinik zu kommen, um Heiligabend daheim feiern zu können.

Medien / Fernsehen / Leute
04.12.2011 · 08:12 Uhr
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