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Der Phönix aus der Asche
 --- Wie SAP sich neu erfindet --- 

(pressebox) Bremen, 18.04.2012 - Als einer der größten Softwarehersteller weltweit scheint sich SAP derzeit neu zu erfinden. Mit einem Rekordergebnis im vergangenen Jahr sollen alle Bereiche des Unternehmens weiter kräftig wachsen und jedes Detail besser vernetzt werden. Damit setzen sie sich vom der Abwärtstrend der Konkurrenten ab. Die Auftragsflaute, unter der die Software AG und Dauer-Rivale Oracle leiden, geht bisher an der SAP vorbei.

Ein Grundsatz von SAP war es lange Zeit, keine Großübernahmen zu tätigen. Die Walldorfer haben es über Jahre geschafft, im Stammgeschäft Unternehmenssoftware selbst zu entwickeln und so auch längere "Schwächeperioden" überstanden. Jeder Zukauf von Wettbewerbern wurde einst mit einem Lächeln quittiert.

In den letzten Jahren musste SAP aber feststellen, dass es im Hinblick auf Innovationen in neuen Märkten an Grenzen stieß, die das unternehmerische Bewusstsein veränderten, sodass Zukäufe getätigt wurden, die mittlerweile als Standbeine von SAP gesehen werden können.

Der dänische Co-Chef Jim Snabe macht jetzt fünf Felder aus, in denen SAP vorn sein will. Nur das erste, das angestammte Geschäft Anwendungen, hat bei der SAP schon vor mehreren Jahren bestanden. Der Rest ist neu. Als die Walldorfer mit der eigenen Analyse-Software nicht zufrieden waren, kauften sie die französische Business Objects: der erste Milliardenzukauf des Unternehmens. Nun ist die gut integriert und ein zweites Standbein. Auch das dritte Feld - Programme für mobile Geräte wie Blackberry und iPhone - kaufte sich SAP herbei: In diesem Fall wurde die kalifornische Sybase übernommen. Jim Snabe sieht SAP in diesen Geschäftsfeldern bereits als Marktführer.

In zwei weiteren Feldern will SAP noch Marktführer werden. Das Zukunftsfeld "Cloud" hat sich SAP

Hinzugekauft, nachdem jahrelang Schwierigkeit bestanden, einen Cloud-Vertrieb für die Mittelstandssoftware Business ByDesign auf die Beine zu stellen. Durch den Kauf von Successfactors will SAP nun das Cloud-Geschäft aufrollen - und Geld verdienen. Denn noch verdient dort niemand richtig. Snabe jedoch ist optimistisch. "Wir wollen das schaffen, da wir die Skaleneffekte haben. Wir haben eine große Vertriebsmannschaft und die Cloud dazu. Das geht."

Eine weitere Zukunftsoption sind Datenbanken, bei denen SAP mit einer Eigenentwicklung aufwarten kann. So schaffte SAP scheinbar aus dem Nichts heraus ein neues Geschäftsfeld und stellt sich der Konkurrenz von Oracle und Microsoft. Die Neuentwicklung hat den besten Start in der Geschichte der SAP hingelegt. Seit Mitte des vergangenen Jahres setzte SAP bereits 160 Millionen Euro um. Hana - so der Name der neuen Datenbank - hat bei einigen Kunden bereits den Rivalen Oracle, seit Jahren ein Platzhirsch bei Datenbanken - sehr zur Freude der Walldorfer verdrängt. Die Datenbanksoftware Hana erlaubt es Unternehmen, enorme Mengen an Daten in einem Bruchteil der bisher benötigten Zeit zu durchforsten. Mit dieser Technik, auf die auch die Konkurrenz aufspringt, hat SAP-Experten zufolge einen Vorsprung von einem bis zwei Jahren - in der Technikwelt eine Ewigkeit. Snabe scheut nicht zurück vor großen Worten. "So wie R3 die Landschaft in den Neunziger Jahren revolutioniert hat, wird Hana das heute tun", sagte er. Entwickelt wurde Hana gemeinsam mit der Potsdamer IT-Hochschule Hanno Plattner Institut. Das war kein Zufall; der SAP-Gründer trieb das Projekt voran wie kein Zweiter. Ohne Amt im operativen Geschäft der SAP hat der größte Einzelaktionär und "aktive Aufsichtsratschef" seinem Unternehmen die größte Innovation seit Jahren beschert.
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[pressebox.de] · 18.04.2012 · 00:40 Uhr · 340 Views
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