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Der Horror der Helfer

Hannover (dpa) - 25 Helfer des Malteser Hilfsdienstes aus Hannover waren bei dem Unglück während der Loveparade in Duisburg dabei. Einige von ihnen sprechen von kriegsähnlichen Zuständen.

Es sei die Hölle gewesen, sagte der stellvertretende Bezirksgeschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes Bezirk Hildesheim, Jens Engel, am Dienstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Hannover.

«Während des Einsatzes wird das Umfeld gar nicht wahrgenommen, sondern professionell gearbeitet.» Erst im Nachhinein berichteten Helfer, dass viele Eindrücke wie das Heulen der Martinssirenen nicht mehr aus ihrem Kopf verschwänden. «Das sind die Erscheinungen, die wir begleiten müssen», sagte Engel. Den Helfern im Alter von 18 und Anfang 30 Jahren hätten noch in der Nacht Notfallseelsorger zur Seite gestanden.

Die Vorbereitung auf Situationen wie in Duisburg sei «sehr, sehr schwierig», sagte Engel. Wichtig sei erstmal die Grundausbildung, das heißt die medizinische Ausbildung. «Die muss so professionell sein, das jeder Helfer einfach wirklich jeder Situation gewachsen ist. Und im Geschehen des Helfens sich nicht allein fühlt oder sich selbst hilflos fühlt.»

Wenn die Helfer später selber Hilfe benötigen, stehen ihnen unter anderem Psychologen zur Seite. Er und seine Kollegen legten jetzt ein Augenmerk darauf, wer zu den einberufenen Treffen nach dem Einsatz bei der Loveparade kommt und wer nicht. Sie achten zudem darauf, wer sich besonders ruhig verhält. «Auf diese Menschen müssen wir besonders aufpassen.»

Notfälle / Loveparade
27.07.2010 · 15:02 Uhr
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