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Der Fußballclub Al-Ahli und seine Ultras

Spieler der Al-Ahli-MannschaftGroßansicht

Kairo (dpa) - Am 25. Januar 2011 mischten sich junge Fans des Kairoer Traditionsclubs Al-Ahli unter die Revolutionäre am Kairoer Tahrir-Platz.

«Wir wollten keine Märtyrer sein, aber Ultras sind nun einmal anders als viele der anderen jungen wütenden Ägypter: Wir haben keine Angst vor der Polizei, denn schwingende Knüppel und Tränengas sind für uns nichts Neues. Es war ganz selbstverständlich, dass wir ganz vorne mit dabei waren, als die Menschen auf der Straße kämpften», erinnerte sich der Ultra-Sprecher von Al-Ahli, Amr Fahmy, im vergangenen Frühjahr in einem Interview mit dem Fußballmagazin «11 Freunde».

Al-Ahli-Fans galten als die Speerspitze der Revolution. Der ägyptische Sportkritiker Hassan Mistikawi beschrieb ihre Rolle in der Zeitung «Al Ahram weekly» als signifikant. Sie seien gut organisiert gewesen und hätten die anderen Demonstranten beschützt.

Nach dem tödlichen Ende eines Fußballspiels mit massiven Übergriffen auf Al-Ahli in Port Said erinnern sich viele bei Facebook und Twitter an die Auftritte der Ultras bei den Massenprotesten, die zum Sturz von Präsident Husni Mubarak führten. «Es geht nicht um Fußball, es ist die Rache eines Systems», kommentierte etwa «omarkamel» die Jagd auf Ahli-Fans am Mittwoch beim Auswärtsspiel in Port Said.

Auch an den vielen Protesten gegen den regierenden Militärrat im vergangenen Jahr beteiligten sich Ultras regelmäßig. «Die Generäle haben sich jetzt gerächt», twitterten viele.

Al-Ahli gehört gemeinsam mit dem Erzfeind Al-Samalek aus Kairo zu den bekanntesten Fußballteams Ägyptens. Mit 35 Meistertiteln und 33 Pokalsiegen ist er auch der erfolgreichste. Gegründet wurde der Klub 1907 als Treffpunkt für Studenten im Kampf gegen die Kolonialisierung des Landes. Seine Spieler tragen die Farben Rot und Weiß.

Ultras von Al-Ahli und Al-Samalek lieferten sich in der Vergangenheit schwere Schlägereien. Doch inzwischen sind die Fans der beiden Teams offenbar zusammengerückt. So hatten nach Berichten lokaler Medien die auch «Weiße Ritter» genannten Samalek-Ultras erst vor wenigen Tagen auf ihrer Facebook-Seite für ein Ende des «Blutvergießens» plädiert. Die Ultras von Al-Ahli antworteten mit einem Smiley. In der Nacht zum Donnerstag wurden die Al-Ahli-Fans von Al-Samalik-Anhängern zum Kairoer Hauptbahnhof begleitet, wo sie die Heimkehrer aus Port Said gemeinsam abholten.

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Unruhen / Fußball / Ägypten
02.02.2012 · 22:42 Uhr
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