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Denkmal für jüdische Opfer in Ostpolen geschändet

In Jedwabne war es im Juli 1941 nach dem deutschen Einmarsch zu einem Juden-Pogrom gekommen. Nun wurde das Denkmal in der ostpolnischen Stadt geschändet.Großansicht

Warschau (dpa) - Unbekannte haben das Denkmal für ermordete Juden im ostpolnischen Jedwabne geschändet. Gedenkstein und Zaun seien mit Hakenkreuzen beschmiert worden, sagte ein Polizeisprecher dem Fernsehsender TVN24.

Zudem seien die Parolen «Ich entschuldige mich nicht für Jedwabne» und «Sie waren leicht brennbar» entdeckt worden. Die Polizei suche intensiv nach den Tätern.

In Jedwabne war es im Juli 1941 nach dem deutschen Einmarsch in das bis dahin sowjetisch besetzte Ostpolen zu einem Juden-Pogrom gekommen. Polnische Bewohner des Ortes ermordeten, angestiftet durch deutsche Soldaten, mindestens 340 jüdische Nachbarn. Die meisten Opfer wurden in einer Scheune verbrannt, andere wurden erschlagen. Auch in anderen Ortschaften in der Region kam es zu antijüdischen Ausschreitungen. Nach dem Krieg galten jahrzehntelang allein die Nazis als Täter.

Erst im Jahr 2000 hatte eine Buchpublikation eine Debatte über die polnische Mitschuld ausgelöst. Ein Jahr später entschuldigte sich der damalige Präsident Aleksander Kwasniewski im Namen seiner Landesleute für das Verbrechen. Im Juli dieses Jahres bat Präsident Bronislaw Komorowski erneut um Vergebung.

Kriminalität / Geschichte / Juden / Polen
01.09.2011 · 11:09 Uhr
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