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Demonstrant stirbt nach Explosion bei Protest in Bangkok

Tränen in BangkokGroßansicht

Bangkok (dpa) - Nach der Explosion eines Sprengsatzes bei Massenprotesten gegen die thailändische Regierung schieben sich die Anführer der Protestbewegung und die Regierung gegenseitig die Verantwortung zu.

Ein Demonstrant war an den Folgen seiner Verletzungen gestorben, bestätigten am Samstag Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Bei der Detonation am Freitag waren 36 Menschen verletzt worden. Auch am Samstag demonstrierten wieder Regierungsgegner in Bangkok.

Protestanführer Suthep Thaugsuban machte die Regierung für die Explosion verantwortlich. «Das Blut, das auf der Straße vergossen wurde, durchbohrt mein Herz», sagte er einem Bericht der Tageszeitung «Bangkok Post» zufolge. «Was (die Regierung) den Menschen in Thailand antut, ist kaltherzig.» Er wies den Verdacht von sich, selbst hinter dem Anschlag zu stecken. Die Regierungsgegner übergaben der Familie des 46-Jährigen Todesopfers umgerechnet 22 500 Euro an finanzieller Unterstützung.

Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra wies die Anschuldigung zurück. «Ich lehne jede Art von Gewalt ab und werde gegen diejenigen vorgehen, die Gewalt unterstützen», sagte sie.

Suthep will Yinglucks Regierung stürzen und die Wahlen am 2. Februar verhindern. Suthep wirft der Shinawatra-Familie Korruption vor. Er will einen ernannten Technokraten auf unbestimmte Zeit mit der Regierungsführung betrauen, der politische Reformen umsetzen soll. Yingluck lehnte eine Verschiebung der Wahlen erneut ab. Nach Umfragen würde sie wieder gewinnen.

Die seit Wochen andauernden Proteste mit teils mehr als 100 000 Teilnehmern waren bislang weitgehend friedlich verlaufen. Regierungsmitarbeiter beschuldigen die Anführer der Proteste, dass sie Gewalt provozieren und damit einen Putsch der Armee herbeiführen wollen. Auch wird befürchtet, dass die Gewalt zunehmen könnte, da die Regierungsgegner ihre Ziele bislang nicht erreicht haben.

«Ich muss zugeben, dass eine friedliche Bewegung unsere strategischen Möglichkeiten einschränkt», zitierte die «Bangkok Post» Sathit Wongnongtoey, einen der Anführer der Proteste. «Das Spiel wäre schneller aus, wenn die Regierung gegen die Demonstranten Gewalt anwendet.»

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Bericht Bangkok Post
Demonstrationen / Regierung / Wahlen / Thailand
18.01.2014 · 14:33 Uhr
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