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Degenhart: Erfahrener Manager an Conti-Spitze

Elmar DegenhartGroßansicht
Herzogenaurach/Hannover (dpa) - Der neue Conti-Chef Elmar Degenhart bringt für den schwierigen Posten viel Branchenerfahrung mit: Seit 16 Jahren ist er bei Automobilzulieferern in leitenden Positionen tätig.

In der Öffentlichkeit ist über den 50-Jährigen Degenhart bisher wenig bekannt. Damit passt er gut zur verschwiegenen Art des Familienunternehmens Schaeffler, das ihn 2008 nach Herzogenaurach holte. Rund ein Jahr führte Degenhart dort die Automotive-Sparte mit 40 000 Mitarbeitern und rund sechs Milliarden Euro Umsatz.

Von ehemaligen Weggefährten wird er als ausgleichender Charakter beschrieben. «Er ist authentisch, ruhig und gelassen, polarisiert nicht», sagte einer, der längere Zeit mit ihm zusammengearbeitet hat. Das sind Eigenschaften, die Degenhart als Chef in Hannover gut gebrauchen kann, muss er doch einerseits bei Conti wieder für Ruhe sorgen, andererseits das durch die monatelangen Auseinandersetzungen stark angespannte Verhältnis zu Schaeffler befrieden.

Degenhart denke sehr strategisch; als Vorgesetzter lasse er seinen Mitarbeitern viel Freiraum, erwarte aber auch entsprechende Ergebnisse, sagt der frühere Kollege. «Er ist sehr konsequent im Austausch von Führungskräften, die nicht seinen Erwartungen entsprechen.» Als Conti-Chef sei er eine gute Wahl, denn ein Großteil des Top-Managements von Conti kenne ihn bereits. Schließlich hat Degenhart auch schon bei Conti gearbeitet.

Aber es gibt auch kritische Stimmen. In einem Gespräch mit dem «Spiegel» sagte der ehemalige Conti-Chef Manfred Wennemer, wenn ein Anforderungsprofil für den Chef der Continental zu entwerfen wäre, dann würde Neumann und nicht Degenhart diesem Profil entsprechen. «Continental braucht jetzt einen Unternehmer und keinen Bürokraten.» Konkreter wollte sich Wennemer zur Person Degenharts nicht äußern. Sonst müsse er im Detail darauf eingehen, warum Degenhart damals gebeten worden sei, das Unternehmen zu verlassen, stichelte er.

Degenhart studierte Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart. Er promovierte zum Thema Reinraumtechnik am Fraunhofer- Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Vor seinem Einstieg bei Schaeffler war Degenhart bei der Robert Bosch GmbH sowie beim Anlagen- und Maschinenbauer Putsch tätig, wo er zuletzt auch Chef der zu Putsch gehörenden Keiper Recaro Group war, dem renommierten Sitzehersteller für die Autoindustrie und die Luftfahrt. Zuvor hatte er fünf Jahre lang für den Bremsenhersteller Teves gearbeitet, der inzwischen zur längst nicht mehr auf Reifen spezialisierten Conti-Gruppe gehört.

In Betriebsratskreisen genießt der Manager Respekt. «Degenhart ist sehr kompetent und kommunikationsstark», betont ein führendes Schaeffler-Betriebsratsmitglied. Da er bereits den Automotive-Bereich von Schaeffler leitet, trauen ihm die Arbeitnehmervertreter auch die Conti-Führung zu. In den jüngsten Verhandlungen über das 250- Millionen-Sparprogramm bei Schaeffler habe sich der Manager als harter Verhandler erwiesen, der aber zu Kompromissen bereit sei. Privat wird Degenhart als Familienmensch beschrieben; er jogge und wandere gern und sei auch schon Marathon gelaufen.

Auto / Zulieferer
12.08.2009 · 17:27 Uhr
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