News
 

Debatte um Hartz-IV-Nachbesserung nimmt Fahrt auf

Arbeitslose demonstrieren in Hamburg gegen die Hartz-IV-Gesetze (Archivfoto).Großansicht
Nürnberg (dpa) - Führende Arbeitsmarktforscher haben der künftigen Bundesregierung zu moderaten Nachbesserungen der rot-grünen Arbeitsmarktreformen geraten. So sollten Menschen besser als bisher auf die von ihnen künftig geforderte Arbeitsmarkt-Flexibilität vorbereitet werden.

Das betonen die beiden Direktoren des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Sonderausgabe der Zeitschrift «IAB-Forum», Joachim Möller und Ulrich Walwei.

Flankiert werden müssten solche Anforderungen durch eine bessere Fortbildung der Betroffenen und sogenannte Kombilöhne, bei denen schlecht bezahlte Jobs mit staatlichen Zuschüssen attraktiver gemacht werden. Zudem müsse der Niedriglohnsektor mit angemessenen Mindestlöhnen neu geordnet werden, schreiben die beiden IAB-Forscher. Das IAB ist das Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Die bestehenden Hartz-Reformen sollten dagegen unangetastet bleiben. «Die Arbeitsmarktreformen waren segensreich, wie die deutliche Verbesserung der Arbeitsmarktsituation zwischen 2005 und 2008 gezeigt hat. Sie haben den letzten Aufschwung am Arbeitsmarkt mitgetragen und werden auch den nächsten Aufschwung beschäftigungsfreundlicher gestalten», betonen Möller und Walwei.

Ausdrücklich sprechen sich die Wissenschaftler gegen eine Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I aus. Auch die Rente mit 67 dürfe keinesfalls rückgängig gemacht. Die Versuchung sei groß, in schlechten Zeiten an populären, aber dennoch falschen Stellschrauben zu drehen. Auch eine Wiedereinführung der ebenso beliebten Vorruhestandsmaßnahmen wäre ein falsches Signal.

Arbeitsmarkt
29.09.2009 · 12:15 Uhr
[3 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen