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De Maizière fürchtet schnellen französischen Abzug aus Afghanistan

Berlin (dts) - Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) fürchtet offenbar einen möglichen Abzug französischer Truppen aus Afghanistan bereits in diesem Jahr. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus". Frankreichs künftiger Präsident Francois Hollande hatte diesen Schritt im Wahlkampf angekündigt.

De Maizière erwartet, dass Hollande auf dem anstehenden Nato-Gipfel in Chicago beharrlich daran festhalten wird, um wenigstens eines seiner Versprechen einzuhalten. Andere europapolitische Forderungen müsse Hollande wegen der Haltung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zurücknehmen. Es könnte zum Streit im Bündnis kommen. Nicht ganz so skeptisch sind andere deutsche Verteidigungspolitiker. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Susanne Kastner (SPD), mahnte in "Focus": "Gemeinsam rein, gemeinsam raus lautet immer noch die Devise. Die Franzosen werden so vernünftig sein und nicht die Sicherheit der internationalen Soldaten gefährden." Die Grünen gehen davon aus, dass Hollande die Position räumt. 2010 hatte sich die Nato in Lissabon darauf verständigt, die Kampftruppen gemeinsam bis Ende 2014 abzuziehen. Im Verteidigungsausschuss des Bundestages kündigte de Maizière an, auf dem Nato-Gipfel verhindern zu wollen, dass militärische Fähigkeiten verloren gingen, nur weil einige Partner übereilt abzögen. Er werde erst dann in Kontakt mit dem französischen Verteidigungsminister treten, wenn der offiziell nominiert sei. Hollandes Wunschkandidat ist Jean-Yves Le Drian. Mit Spannung erwarten zumindest deutsche Militärs den Gipfel am 20. und 21. Mai. Im Einsatzführungskommando hofft man auf mehr Klarheit über den Abzug, um endlich mit den Planungen beginnen zu können.
DEU / Militär / Weltpolitik
12.05.2012 · 09:39 Uhr
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