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De Maizière bestätigt erste Hacker-Angriffe durch "Stuxnet"-Kopien

Berlin (dts) - Wenige Monate nach Bekanntwerden des Cyberangriffs auf iranische Atomanlagen durch das Computervirus "Stuxnet" hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigt, dass Unbekannte das Virus bereits kopierten, um damit selbst neuartige Virenangriffe durchzuführen. In der NDR-Reportage "Angriff aus dem Internet: Wie Online-Täter uns bedrohen" sagt de Maizière, die Nachahmung von "Stuxnet" sei zwar kompliziert, "aber in bescheidenerem Umfang gibt es das bereits, deswegen müssen wir uns gegen solche Programme so gut wie nur irgendmöglich wappnen." Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, antwortet NDR-Autor Klaus Scherer auf die Frage, ob Deutschland gegen Cyberangriffe gerüstet sei: "Ich sage ganz offen, bei einem Innentäter bekommen wir Probleme."

Als Innentäter gelten Saboteure, die weitverzweigte Computer-Netzwerke von Regierungen, Militäreinrichtungen oder Wirtschaftskonzernen durch Einfügen von Viren, etwa über USB-Stick-Datenträger, direkt infizieren. Der ehemalige US-Sicherheitsbeauftragte Richard Clarke bestätigt in der Reportage, dass bereits "20 Staaten Militäreinheiten entwickelt haben, um Infrastrukturen in anderen Staaten durch Cyberattacken zu zerstören". Er selbst habe solche Angriffe bereits vor dem US-Einmarsch in Afghanistan in Auftrag gegeben. Mangels geeigneter Ziele habe man damals aber darauf verzichtet. "Sonst hätten wir es sicherlich gemacht", so Clarke. Mit Blick auf Kunden-Risiken bei Online-Geschäften wirft der Cyber-Experte vor allem US-Banken vor, sie würden die Betrugsverluste hinnehmen, weil ihre enormen Profitraten in dem Sektor dies erlaubten. Schäden würden im Zweifel auf die Kunden abgewälzt. Von deutschen Banken fordert Bundesinnenminister de Maizière in dem Film, dass sie für die Sicherheit von Online-Kunden "mehr tun". Ein Cyber-Ermittler des BKA sagt dem NDR-Reporter, Online-Gangster seien bereits in der Lage, "Kunden-Überweisungen in Echtzeit bis zum Dispolimit zu erhöhen und an fremde Empfänger weiterzuleiten."
DEU / Justiz / Internet / Kriminalität
26.01.2011 · 07:08 Uhr
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