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Das Sommermärchen ist vorbei: Fußballfans trauern

Unbeschreibliche Enttäuschung beim Fanfest in Heidelberg.Großansicht
Hamburg (dpa/lno) - Fußballfans vor der Leinwand, frisch verheiratete Fernsehsternchen auf der Tribüne - und alle trauern um das WM-Aus der Deutschen: Rund 70 000 Zuschauer haben auf Norddeutschlands größtem Fanfest am Mittwochabend in der Hansestadt mit Schweini & Co mitgelitten.

«DSDS»-Gewinner Mehrzad Marashi war sogar wenige Stunden nach seiner Trauung mit Denisse samt Hochzeitsgesellschaft aufs Fanfest gekommen - eigentlich um zu feiern. Doch die Elf von Jogi Löw unterlag Spanien im südafrikanischen Durban mit 0:1.

90 Minuten lang hatten die Hamburger mit ihren Helden auf dem Rasen mitgefiebert. Jede Torchance der Deutschen bejubelten sie, bei jeder der Spanier rauften sie sich die Haare. Auch einige Spanien-Flaggen ragten aus dem Meer der Deutschland-Fahnen heraus. Doch während deren Anhänger danach ganz in «Fiesta»-Laune waren, verließen viele deutsche Fans sofort nach dem Abpfiff enttäuscht das Fanfest. In Minutenschnelle lichteten sich die Reihen, den ebenso ziemlich wortkargen Moderatoren auf der Bühne hörte kaum jemand noch zu.

Während sich auf dem Platz die Zuschauer zuvor gedrängt hatten, hatten hinter ihnen auf der VIP-Tribüne die Promis Platz genommen: Für Aufsehen - aber nur unter den Tribünengästen - sorgte Marashi, Gewinner der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar»: Der Sänger, der während der Fernsehsendung um die Hand seiner Freundin Denisse angehalten hatte, feierte auf dem Fanfest seinen Hochzeitsabend. Er kam mit weißem Hut, sie im Brautkleid - wenige Stunden zuvor hatten sie sich in der Hansestadt das Ja-Wort gegeben.

Für die vor der Leinwand stehenden Zuschauer drehte sich indessen schon vor Spielbeginn - die ersten «Hardcore-Fans» kamen nach Veranstalterangaben bereits 17 Uhr - alles nur um Fußball. Nach dem Viertelfinal-Triumph über Argentinien war für viele völlig klar, wer ins Endspiel kommt. «Fest steht: Wer Argentinien und England weghaut und sich schon auf das Finale gegen Holland freut, der wird heute nicht scheitern», meinten die Moderatoren auf der Bühne bei Norddeutschlands größtem Fanfest. «Gebt mir ein F», riefen sie dem Publikum zu - «Finaaale» schallte es vom Platz zurück.

«Deutschland, Deutschland» wurde schließlich zu «Schland O Schland»: Die Band Uwu Lena trat auf und stimmte ihren WM-Hit an. Textsicher sangen die Hamburger den Song, den die Musiker auf Lenas Grand-Prix-Siegertitel «Satellite» gedichtet haben, mit. «Hamburg, ihr seid geil!», riefen die Musiker begeistert. Das Stadion-Feeling - immerhin mehr Zuschauer als in der Arena von Durban - wollten sich auch Prominente nicht entgehen lassen. «Unglaublich!», kommentierte Marek Erhardt, bester Stadionsprecher der WM 2006 in Deutschland, die Stimmung.

Maximal rund 70 000 Besucher können auf dem Heiligengeistfeld gemeinsam die Spiele verfolgen. Wegen Überfüllung geschlossen werden musste der Platz bei dieser WM noch nicht - auch diesmal nicht. Vermutlich dürfte dies bei hochsommerlichen Temperaturen auch am Wochenende zum WM-Abschluss nicht nötig sein - wenn Deutschland im «kleinen Finale» steht. Der letzte Auftritt ist nun den Spanieren und Holländern vorbehalten.

Fußball / WM / Feste / Hamburg
07.07.2010 · 23:13 Uhr
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