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Dalai Lama in Taiwan eingetroffen

Ankunft am Flughafen des Dalai Lama am Flughafen von Taipeh.
Taipeh (dpa) - Der Dalai Lama ist zu einem umstrittenen Besuch in Taiwan eingetroffen. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter landete am späten Sonntagabend auf dem internationalen Flughafen von Taoyuan in der Nähe von Taipeh.

An diesem Montag will der 74-Jährige im Süden Taiwans der Opfer des Taifuns «Morakot» gedenken und für sie beten. Die Einladung des Friedensnobelpreisträgers durch die oppositionelle Fortschrittspartei (DPP), die sich für eine Unabhängigkeit Taiwans einsetzt, hatte sowohl in Peking als auch bei der Führung Taiwans für Missstimmung gesorgt. Die chinesische Regierung betrachtet das religiöse Oberhaupt der Tibeter als Separatisten. Sie verurteilte seine Einladung und warnte vor eine Verschlechterung der Beziehungen.

«Diese Einladung hat anderweitige Motive», hieß es am Sonntag in einer Stellungnahme des Büros für Taiwan-Angelegenheiten beim chinesischen Staatsrat. «Der Besuch des Dalai Lamas zielt darauf, die bilateralen Beziehungen negativ zu beeinflussen.» Deshalb werde man die weitere Entwicklung genau beobachten.

Bei seiner Ankunft winkte der rotgekleidete Dalai Lama hunderten Anhängern zu, die auf dem Taoyuan-Flughafen auf ihn gewartet hatten. Anschließend wurde er zum Bahnhof Chingpu gebracht, von wo aus er mit einem Hochgeschwindigkeitszug in die Katastrophengebiete um die Stadt Kaohsiung im Süden der Insel weiterreisen wollte. An dem Bahnhof kam es zu Zusammenstößen zwischen Befürwortern und Gegnern des Besuchs. Polizei und Leibwächter geleiteten den Dalai Lama sicher in den Zug. Verletzt wurde niemand.

Die Einladung des religiösen Führers durch die oppositionelle DPP hatte Taiwans Präsidenten Ma Ying-jeou, der sich um eine Verbesserung der Beziehungen zu Peking einsetzt, in Bedrängnis gebracht. Aus «humanitären und religiösen Gründen» stimmte er der Visite des Buddhistenführers schließlich zu. Der Dalai Lama wird bis Freitag in Taiwan bleiben. Dabei will er mit Taifun-Opfern zusammenkommen und mit ihnen beten. Ein Treffen mit dem Präsidenten ist nicht geplant.

Um weitere Spannungen zu vermeiden, sagte der Dalai Lama eine für Montag angekündigte internationale Pressekonferenz ab. Offiziell wurde dies damit begründet, dass der 74-Jährige «mehr Zeit für die Opfer des Taifuns» benötige, wie sein Vertreter Tsegyam Ngaba sagte.

Durch den Taifun «Morakot» sowie Erdrutsche und Überschwemmungen in seiner Folge waren in Taiwan Anfang des Monats mindestens 461 Menschen ums Leben gekommen. Noch immer werden 192 Menschen vermisst.

Taiwan / China / Tibet
30.08.2009 · 20:20 Uhr
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