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Dänen verlangen konkrete Zahlen für Klimagipfel

Vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen häufen sich die Appelle, das Treffen nicht schon von vornherein abzuhaken.Großansicht
Kopenhagen (dpa) - Die dänischen Gastgeber beim Weltklimagipfel verlangen, dass sich die Industrieländer auf konkrete Ziele beim Klimaschutz festlegen. Die Verpflichtungen müssten in das Schlussdokument am 18. Dezember eingehen.

Das sagte Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen am Dienstag in Kopenhagen vor Umweltministern aus 40 Ländern. Vertreten waren auch die USA, China und Indien. Rasmussen hatte am Sonntag mit Zustimmung maßgeblicher Staaten erklärt, dass ein juristisch bindendes Abkommen in Kopenhagen nicht mehr zu erreichen sei. Vor den Umweltministern setzte er sich dafür ein, dass nun eine Frist für bindende Vereinbarungen festgelegt wird.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte, er sehe trotz der gesunkenen Erwartungen an den Klimagipfel einen weltweiten Willen zum Erfolg. Vor dem Abschluss des zweitägigen Treffens meinte Röttgen, es gebe einen «konstruktive, auf Erfolg und Abschluss gerichtete Haltung».

Zur Abkehr von einem juristisch bindenden Abkommen meinte der Vertreter der Bundesregierung, er sei «kein Reisender zur Verbreitung von Optimismus». Aber er habe von seinen Kollegen «nicht nur allgemeine Bekräftigungen zur Notwendigkeit des Handelns, sondern auch positiv überraschende, konkrete Angebote» gehört.

Der Präsident des Bundesumweltamtes, Jochen Flasbarth, hat die Hoffnung auf einen Erfolg der Weltklimakonferenz in Kopenhagen in drei Wochen noch nicht aufgegeben. Er sagte am Dienstag im ZDF-«Morgenmagazin», er halte nichts davon, von einem «Plan B» zu reden. «Wir haben noch genügend Zeit, um in Kopenhagen zu einem Ergebnis zu kommen. Kopenhagen ist erst am letzten Tag zu Ende.» Die Gefahren seien enorm, deshalb müsse «dringend gehandelt» werden. «Man darf Kopenhagen jetzt keinesfalls aufgeben.»

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin gab Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Mitschuld an der schleppenden Entwicklung vor dem Klimagipfel. «Frau Merkel könnte sich die Reise sparen, wenn sie vorher den Weg zu konkreten Finanzzusagen der EU an die Entwicklungsländer freigemacht hätte», sagte er der «Berliner Zeitung». Ohne ein solches Angebot der EU und ohne verbindliche Reduktionsverpflichtungen der USA würden sich die Entwicklungs- und Schwellenländer nicht bewegen.

Klima / UN / Dänemark
17.11.2009 · 11:40 Uhr
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