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«Costa»-Kapitän nahm keine Drogen

Das Abpumpen des gefährlichen Schweröls der «Costa Concordia» geht weiter. Die Frage aber, wie stabil das Wrack liegt, bleibt weiterhin offen. Foto: Luca ZennaroGroßansicht

Giglio/Rom (dpa) - Der Kapitän des auf Grund gelaufenen Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» stand bei dem Unfall einer Analyse zufolge nicht unter Drogen. Am Haar von Francesco Schettino fanden sich allerdings winzige Spuren von Kokain.

Das gehe aus dem Untersuchungsbericht der katholischen Universität Rom hervor, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Am Wrack atmeten die Helfer am Sonntag etwas auf: Innerhalb einer Woche haben sie zwei Drittel des Treibstoffs aus sechs Tanks gepumpt. Die Gefahr einer Ölpest vor der toskanischen Küste ist damit verringert.

In den Tanks befanden sich 1518 Kubikmeter Treibstoff, überwiegend gefährliches Schweröl, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag berichtete. An Bord waren den Angaben zufolge insgesamt etwa 2380 Kubikmeter. Das in den übrigen neun Tanks lagernde Schweröl soll in den nächsten drei Wochen abgepumpt werden.

Experten hatten Haare und Urin von Schettino analysiert. Die Kokain-Spuren am äußeren Haar des Kapitäns seien fast nicht wahrnehmbar und stammten möglicherweise von einer Berührung mit jemandem, der mit der Droge hantiert habe, hieß es. «Das ist nicht selten», erklärte der Biochemiker Pietro Pietrini der Zeitung «Corriere della Sera». Kokain finde sich manchmal auch auf Banknoten. Die Verbraucherorganisation Codacons äußerte, diese Untersuchung müsse noch einmal gründlicher wiederholt werden. Codacons vertritt von der Havarie betroffene Passagiere.

Unterdessen wandte sich der Krisenstabsleiter auf Giglio, Franco Gabrielli, erneut gegen einen «falschen Alarm», was die Stabilität des vor der Insel gekenterten Schiffes angeht. Unterwasseraufnahmen hatten gezeigt, dass das 290 Meter lange Kreuzfahrtschiff mit Bug und Heck auf nur zwei Felsvorsprüngen liegt. Einer der Felsen erscheine so belastet, dass er unter dem Gewicht des Schiffes nachgeben könnte, heißt es in einem Video der Zeitung «Il Tirreno».

Das Video zeige nur, wie das Schiff auf dem Felsen letztlich Halt gefunden habe, sagte Gabrielli. Er hatte wiederholt betont, die «Costa Concordia» liege stabil und werde nicht weiter ins Meer sinken.

Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Januar vor der toskanischen Insel gekentert. Gegen Schettino wird wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt. 17 Leichen wurden bisher geborgen, 15 Menschen werden noch vermisst.

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Schifffahrt / Unfälle / Italien
19.02.2012 · 17:58 Uhr
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