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«Costa Concordia» - Was passiert mit dem Wrack?

Abschleppen, ein Wort, das so einfach klingt. Beim Auto reicht ein Abschleppseil. Aber wie schleppt man ein Schiff wie die «Costa Concordia» ab, das 290 Meter lang und 35 Meter breit ist und weit mehr als 60.000 Tonnen wiegt?

Noch immer sind Rettungskräfte an Bord, die nach Opfern suchen. Obwohl die Hoffnung auf Überlebende im Bauch des Schiffs so gut wie nicht mehr vorhanden ist, die Leichen sollen dennoch geborgen werden - damit auch die Hinterbliebenen Gewissheit haben und ihre Toten begraben können. Mehr als 20 Menschen werden noch immer vermisst, darunter 10 Deutsche.

Doch die Frage nach der Bergung des ganzen Schiffes steht bereits im Raum. An Bord befinden sich auch noch 2400 Tonnen Treibstoff, die dringend abgepumpt werden müssen. Die Angst vor einer Umweltkatastrophe scheint allgegenwärtig. Erst wenn das Öl von Bord ist, kann mit der Bergung der «Costa Concordia» begonnen werden.

Das Abschleppen birgt Gefahren

Es gibt zwei Wege, um das Schiff von seiner Unglücksstelle wegzuschaffen. Da wäre zum einen das Abschleppen des Schiffes, das eben nicht so einfach ist wie bei einem Auto. Denn erst müsste die «Costa Concordia» wieder seetauglich gemacht werden. Das Leck müsste abgedichtet und das Wasser aus dem Schiff hinausgepumpt werden. Dann würde es von Schleppern zum nächstmöglichen Hafen gezogen - einen derartigen Hafen gibt es aber an der italienischen Küste und in Reichweite der Unglücksstelle nicht. Zudem birgt das Abschleppen Gefahren.

Als 1993 das 1940 gebaute Schiff «America» nach Thailand geschleppt werden sollte, riss es sich los und strandete vor Fuerteventura. Dort brach es auseinander und sank. Noch heute liegt das Wrack vor der Küste und ist ein Anziehungspunkt für viele Touristen. Auch die «Herald Of Free Enterprise», die 1987 in Belgien gesunken war, riss sich auf dem Weg zum Abwracken ab und musste ein zweites Mal gerettet werden.

Wird die «Costa Concordia» ein Ort des Gedenkens?

Eine andere Möglichkeit wäre, die «Costa Concordia» vor Ort auseinander zu nehmen und in einzelnen Teilen abzutransportieren. Schiffsingenieur Stefan Krüger sagte dem Spiegel im Interview, dies sei die teuerste Variante - aber auch das Abschleppen hat seinen Preis.

Die günstigste Variante wäre, das Schiff an der Küste vor Giglio zu lassen. Die «Costa Concordia» wäre nicht das erste Wrack, das man am Unglücksort zurücklässt. Sei es, um daraus einen Ort des Gedenks zu machen oder einfach nur, weil eine Bergung zu teuer oder unmöglich wäre. So liegt die «Estonia», die 1994 sank und auf der 852 Menschen starben, weiterhin in 70 Metern Tiefe. Aus Respekt vor den Opfern entschied man sich, das Wrack als Grab am Meeresboden zu lassen.

Sehen Sie in unserer Bilderstrecke noch mehr Wracks, die nie geborgen wurden.

[news.de] · 25.01.2012 · 18:58 Uhr
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