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Commerzbank-Chef Blessing fordert Nachdenken über Finanzmarktinstrumente

Berlin (dts) - Commerzbank-Chef Martin Blessing zeigt Verständnis für die Anliegen der Occupy- Frankfurt-Bewegung und hat ein Nachdenken über die Finanzmarktinstrumente gefordert. "Ich sehe, dass es eine große emotionale Unzufriedenheit gibt", sagte Blessing in einem Streitgespräch des Hamburger Nachrichten-Magazins "Der Spiegel" mit Vertretern der Bewegung. Gleichzeitig forderte Blessing ein Nachdenken über die Sinnhaftigkeit bestimmter Finanzinstrumente.

"Es gibt Produkte auf dem Finanzmarkt, von denen man sich fragt: Braucht man die überhaupt? Und es gibt Produkte, die haben Sinn, aber es kommt, wie bei einem Medikament, auf die Dosierung an." In dem Streitgespräch kritisierten die Vertreter von Occupy Frankfurt, Axel Fialka und Alexander Sack, die Auswüchse auf den Finanzmärkten und forderten mehr Transparenz von der Branche. "Ich will nicht, dass mit meinem Geld zum Beispiel mit Nahrungsmitteln spekuliert wird, die sich dann viele Menschen nicht mehr leisten können", sagte Sack. "Das ist für mich Massenmord." Blessing sprach sich unter anderem dafür aus, den Markt für Credit Default Swaps (CDS) insgesamt zu organisieren "wie einen Versicherungsmarkt". "Das heißt: Ich darf nur versichern, was ich auch habe." Zum Vergleich bezog Blessing sich auf den Immobilienmarkt: "Wer ein Haus kauft, tut gut daran, es gegen Feuer zu versichern", sagte er. "Aber Sie können es natürlich nicht doppelt versichern und im Fall des Falles den doppelten Betrag bekommen. Sonst entstünde ja ein Anreiz, das eigene Haus in Brand zu setzen." Es gebe außerdem im Moment zu viel Liquidität im Markt, sagte Blessing, "und deshalb sehr viele Anlagegelder. Wir müssen zusehen, wie wir langsam wieder Liquidität aus dem Markt nehmen können".
DEU / Finanzindustrie
30.10.2011 · 10:28 Uhr
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