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CIA-Chef Leon Panetta - Outsider ohne Erfahrung

Seit einem Jahr agiert Leon Panetta als als Direktor des Geheimdienstes CIA.Großansicht
Washington (dpa) - Als US-Präsident Barack Obama vor einem Jahr Leon Panetta als Direktor des Geheimdienstes CIA präsentierte, reagierten selbst Politiker in den eigenen Reihen mit Kopfschütteln.

Zwar gilt der 71-Jährige als ausgewiesener Troubleshooter und geschickter Manager - doch seine Erfahrungen mit Agenten und Doppelagenten, mit verdeckten Aktionen und Abhörpraktiken waren vor seiner Amtsübernahme gleich null. Das war ungewöhnlich in Washington - und könnte Panetta heute zum Nachteil gereichen.

Insider meinen, Obama entschied sich damals für Panetta, weil er einen «Befreiungsschlag» landen wollte. Nach Verstrickungen des CIA in brutale Verhöre, in Verschleppung von Gefangenen und in illegale Abhörprogramme habe Obama einen Neuanfang gesucht.  

Panetta, der zuletzt eine überparteiliche politische Forschungseinrichtung in Kalifornien leitete, hatte sich in der Vergangenheit stets gegen Folter ausgesprochen. Auch er plädierte etwa für die Schließung des weltweit kritisierten Gefangenlagers Guantánamo auf Kuba. Allerdings meinten Experten auch, Obama hätte eigentlich einen CIA-Chef mit Geheimdienst-Erfahrung bevorzugt - am Ende habe es der Präsident aber für wichtiger befunden, einen Mann mit weißer Weste und ohne den Verdacht dunkler Flecken zu wählen.

Der Sohn italienischer Einwanderer hat eine vielfältige Karriere hinter sich: Zunächst packte der gebürtige Kalifornier in jungen Jahren im Restaurant seiner Eltern mit an. Dann studierte er Jura. Erste politische Erfahrungen sammelte er als Republikaner, später wechselte er zu den Demokraten, für die er von 1977 bis 1993 im Washingtoner Abgeordnetenhaus saß.

Seine Managerfähigkeiten bewies Panetta nach seiner Berufung als Stabschef von Präsident Bill Clinton im Weißen Haus 1994. Nach den ersten, turbulenten Jahren schaffte er es, gründlich aufzuräumen und den Laden wieder in Schuss zu bringen, heißt es. Auch das Amt des CIA-Chefs führte Panetta zunächst ohne größere «Nebengeräusche». Doch jetzt steht er gleich zweifach unter Druck - wegen der Pannen im Vorfeld des vereitelten Flugzeugattentats vor Detroit und wegen des jüngsten Anschlags auf eine CIA-Basis in Afghanistan, bei der sieben CIA-Männer angeblich von der Hand eines Doppelagenten starben.

Terrorismus / Luftverkehr / USA
06.01.2010 · 06:57 Uhr
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