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Chronologie: Vorfälle in Krümmel und Brunsbüttel

AKW KrümmelGroßansicht
Kiel (dpa) - Das Atomkraftwerk Krümmel ist erst am 19. Juni nach fast zwei Jahren Stillstand wieder angefahren worden. Es war ebenso wie der Meiler Brunsbüttel nach einer Pannenserie am 28. Juni 2007 abgeschaltet worden.

Brunsbüttel liefert nach wie vor keinen Strom. Die Informationspolitik nach den Störfällen kostete hohe Manager des Betreibers Vattenfall Europe seinerzeit den Posten.

Eine Chronologie:

28.6.2007: Vattenfall meldet zwei Vorfälle: Das AKW Brunsbüttel fährt nach einem Kurzschluss herunter; gut eineinhalb Stunden später brennt in der Anlage Krümmel ein außerhalb des Reaktorgebäudes gelegener Trafo - das Kraftwerk geht per Schnellabschaltung vom Netz.

30.6.: Öffentlich erklärt Vattenfall: «Die Störungen in Krümmel und Brunsbüttel waren konventioneller Art und standen nicht mit dem Nuklearbereich der Anlagen in Verbindung.»

1.7.: Das AKW Brunsbüttel wird wieder angefahren, geht aber schon zwei Wochen später wegen eines Ölwechsels im Transformator in einen «Stand By-Betrieb».

3.7.: Vattenfall räumt ein, dass die Schnellabschaltung Krümmels auch im Herzstück der Anlage eine Panne an einer Pumpe auslöste.

6.7.: Die Atomaufsicht teilt mit, dass laut Vattenfall beim Feuer in Krümmel Rauch in die Kontrollwarte drang, kurz die Eigen-Stromversorgung des Reaktors ausfiel und nicht alle Computerdaten gespeichert wurden. Vattenfall räumt Fehler ein. Es habe ein Missverständnis beim Personal gegeben.

8.7.: Die Atomaufsicht berichtet, dass es entgegen Konzernangaben beim Wiederanfahren des AKW Brunsbüttel am 1.7. Pannen gab.

13.7.: Die Polizei erzwingt ein Gespräch mit dem Reaktorfahrer in Krümmel.

14.7.: Der Konzern räumt in einem Zwischenbericht Pannen und Kommunikationsprobleme ein.

16.7.: Vattenfall entbindet Atomsparten-Chef Bruno Thomauske von seinen Aufgaben. Konzernsprecher Johannes Altmeppen tritt zurück.

18.7.: Vattenfall-Europe-Chef Klaus Rauscher tritt zurück.

21.7.: Auch der Meiler Brunsbüttel wird vollständig abgeschaltet. Grund sind Probleme mit fehlerhaften Dübeln und Verankerungen.

4.2.2008: In Krümmel gibt es in einer Lüftungsanlage des Reaktors einen Schwelbrand, der sofort gelöscht werden kann.

20.2.: In Brunsbüttel schaltet sich ein Transformator in der Notstromanlage ungewollt ab. Ursache ist eine defekte Elektronikkarte.

18.5. 2009: In Brunsbüttel gibt es beim Testlauf eines Dieselmotors im unabhängigen Notstandssystem eine Panne. Im Kühlkreislauf wird ein Leck festgestellt.

19.6.: Nach fast genau zwei Jahren Stillstand kann Krümmel wieder ans Netz gehen. Brunsbüttel bleibt abgeschaltet.

1.7.: Krümmel geht nach gut einer Woche wieder vom Netz. Die Turbine der Anlage schaltete sich nach Betreiberangaben automatisch ab. Auslöser war der Ausfall eines Eigenbedarftransformators. Einige Stunden später wird die Anlage mit verminderter Leistung wieder aktiviert. Der Zwischenfall soll durch menschliches Versagen ausgelöst worden sein. Kurz nach der Wiederinbetriebnahme gab es bereits einen Defekt in der Elektronik.

4.7.: Krümmel steht nach einer Schnellabschaltung wieder still. Angeblich gab es einen Kurzschluss in einem Transformator.

9.7.: Nach Angaben des Konzerns gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit auch einen Brennstab-Schaden in Krümmel.

Atom
14.07.2009 · 12:17 Uhr
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