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Chronologie: Übergriffe gegen Soldaten

Berlin (dpa) - Der Wehrbeauftragte des Bundestages berichtet Jahr für Jahr von Übergriffen in der Bundeswehr. Er macht immer wieder Fälle von Erniedrigung und überzogene Härte gegen Soldaten bekannt.

2010: Entwürdigende Aufnahme-Rituale der Gebirgsjäger im oberbayerischen Mittenwald werden bekannt. Neulinge in der Edelweiß-Kaserne müssen den «Fuxtest» über sich ergehen lassen. Dazu gehört das Essen roher Schweineleber und Alkoholkonsum bis zum Erbrechen. Soldaten berichten dem Wehrbeauftragten später von ähnlichen Praktiken in weiteren Kasernen.

2008: Ein Stabsunteroffizier fordert einen Rekruten auf, in eine Weinflasche zu pinkeln. Als dieser sich weigert, uriniert er selbst in die Flasche, füllt sie mit Wein auf und gibt sie einem ahnungslosen Rekruten. Ein Fahnenjunker spricht mehrfach weibliche Rekruten mit «Schatzi Eins» und «Schatzi Zwei» an und nennt eine andere Soldatin «Vorzimmerschlampe».

2005: In einem Fallschirmjäger-Bataillon im pfälzischen Zweibrücken wird einem Mann bei einer Feier Obst ins entblößte Gesäß gesteckt und mit einem Paddel darauf geschlagen.

2005: Zwei betrunkene Obergefreite demütigen einen Soldaten. Sie schmieren sein Gesicht mit Rasierschaum ein, fesseln und knebeln ihn und lassen ihn niederknien. Dann ohrfeigen sie ihr Opfer und zwingen den Mann zu sagen: «Bitte hör auf, Meister». Die Konsequenzen sind Disziplinararreste für die Obergefreiten.

2004: Um das Verhalten bei Geiselnahmen zu trainieren, werden Rekruten in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne im westfälischen Coesfeld bei «Verhören» gefesselt, getreten, geschlagen und mit Stromstößen traktiert. Später werden mehrere Ausbilder zu Bewährungsstrafen verurteilt.

1996: Auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg (Bayern) drehen Gebirgsjäger ein Video mit Hinrichtungs- und Vergewaltigungsszenen. Ein Soldat zeigt den Hitlergruß. Der Fernsehsender SAT.1 strahlt einige brutale Szenen aus. 1998 stellt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein. Der Film stelle keine Verherrlichung oder Verharmlosung von Gewalt dar. Rechtsextremistische Tendenzen seien nicht erkennbar.

Unfälle / Verteidigung / Bundeswehr
20.01.2011 · 13:06 Uhr
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