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Chronologie: Schwelende Krise im Urlaubsparadies

Thaksin Shinawatra, hier im April 2010, war im Herbst 2006 als Ministerpräsident gestürzt worden.Großansicht
Hamburg (dpa) - Seit dem Sturz des Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatrar im September 2006 ist Thailand politisch gespalten. Seine Anhänger, nach ihren T-Shirts die «Roten» benannt, und seine Gegner, die alteingesessene Elite («Gelbe»), stehen sich unversöhnlich gegenüber. Höhepunkte des Machtkampfs:

19. September 2006: Das Militär nutzt eine Auslandsreise von Regierungschef Thaksin zum Putsch. Im Oktober ernennen die neuen Machthaber bis zu Neuwahlen Ex-General Surayud Chulanont zum Premier.

23. Dezember 2007: Anhänger des gestürzten Thaksin siegen bei der Parlamentswahl mit ihrer neuen People's Power Party (Volksmacht- Partei/PPP). PPP-Chef Samak Sundaravej wird Ministerpräsident.

28. Februar 2008: Thaksin kehrt aus dem Exil zurück und wird von Tausenden bejubelt. Gegen ihn beginnt ein Korruptionsverfahren. Im Oktober wird er in Abwesenheit wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt.

26. August: Tausende Demonstranten der außerparlamentarischen Opposition Volksallianz für Demokratie (PAD) besetzen das Gelände des Regierungssitzes.

2. September: Nach Straßenschlachten mit einem Toten verhängt die Regierung den Ausnahmezustand in Bangkok. Die Wahlkommission wirft der PPP Wahlbetrug vor und fordert ihre Auflösung.

9. September: Regierungschef Samak stolpert über seinen Nebenjob als Fernsehkoch. Seinem Nachfolger Somchai Wongsawat wirft die PAD vor, Marionette seines Schwagers Thaksin zu sein.

23. November: In Bangkok demonstrieren mehr als 50 000 Menschen für und gegen die Regierung. Zehntausende umstellen das Parlament und vertreiben das Kabinett aus seinem provisorischem Amtssitz. Am 23. besetzen Regierungsgegner Bangkoks Flughafen. Bis zu 300 000 ausländische Touristen und Geschäftsleute sitzen in Thailand fest.

 2. Dezember: Das Verfassungsgericht ordnet die Auflösung der PPP wegen Wahlbetrugs an. Regierungschef Somchai soll zurücktreten. Die Demonstranten heben die Blockade des Flughafens teilweise auf.

15. Dezember: Mit den Stimmen von Überläufern aus der alten Koalition wählt das Parlament Oppositionsführer Abhisit Vejjajiva zum neuen Regierungschef. Die Thaksin-Anhänger setzen ihre Proteste fort.

11. April 2009: Regierungsgegner stürmen das Konferenzzentrum des ASEAN -Gipfels im Badeort Pattaya. Er wird abgebrochen. Abhisit ruft den Ausnahmezustand für Bangkok und einigen Provinzen aus.

13. März 2010: Zehntausende «Rote» strömen nach Bangkok. Sie wollen die Regierung stürzen.

19. April 2010: Die Armee marschiert im Finanzviertel von Bangkok auf.

22. April 2010. Bei mindestens fünf Explosionen wird in Bangkok ein Mensch getötet, 75 weitere werden verletzt. Die angespannte Lage zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften spitzt sich weiter zu.

29. April 2010: Die Regierungsgegner in Bangkok richten einen dringenden Appell an die Europäische Union und bitten um die Entsendung von Beobachtern.

5. Mai 2010: Die Demonstranten begrüßten einen Kompromissvorschlag von Regierungschef Abhisit Vejjajiva. Es wird aber ein klares Datum für die Auflösung des Parlaments verlangt. Eine endgültige Entscheidung über ein Ende der Proteste behält sich das Bündnis vor.

10. Mai 2010: Die Regierungsgegner fordern als Bedingung für einen Abzug aus dem besetzten Geschäftsviertel, dass Vize-Regierungschef Suthep Thaugsuban wegen der gewalttätigen Zusammenstöße zur Verantwortung gezogen wird.

13. Mai 2010: Ein Protestanführer wird während eines Interviews in den Kopf geschossen.

14. Mai 2010: Regierungstruppen rücken in Richtung eines von Oppositionellen besetzten Areals vor.

Thailand
14.05.2010 · 23:13 Uhr
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