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Chronologie: Rückblick auf die heiße Phase

Berlin (dpa) - Der immense Schuldenberg und die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA haben monatelang für politischen Streit gesorgt. Ein Rückblick:

16. Mai: «Es wird keine Anhebung der Schuldenobergrenze ohne eine ernsthafte Haushaltsreform und bedeutende Einsparungen geben», sagt führende Republikaner im Abgeordnetenhaus, John Boehner.

2. Juni: Die Ratingagentur Moody's droht, die Einstufung der US-Kreditwürdigkeit zu prüfen, sollte es in den kommenden Wochen keine Fortschritte im Gezerre um das Schuldenlimit geben.

14. Juni: US-Notenbankchef Ben Bernanke ruft den Kongress erneut eindringlich dazu auf, die Obergrenze für die Staatsschulden anzuheben. Er warnt unter anderem vor einer möglichen «ernsten» Störung der internationalen Finanzmärkte.

1. Juli: Das US-Finanzministerium warnt erneut vor katastrophalen Konsequenzen einer Schuldenkrise im eigenen Land. Der Kongress müsse die Schuldengrenze dringend bis zum 2. August erhöht haben.

7. Juli: Präsident Barack Obama äußert sich nach einem Gespräch mit führenden Kongresspolitikern optimistisch. Die Vorstellungen von Demokraten und Republikaner lägen zwar noch «weit auseinander». Doch man sei sich einig, dass das Schuldenlimit von derzeit 14,3 Billionen Dollar (10 Billionen Euro) rasch angehoben werden müsse.

10. Juli: Ein zweites Treffen im Weißen Haus bringt nicht den ersehnten Durchbruch.

11. Juli: Der Internationale Währungsfonds warnt vor dramatischen Folgen nicht nur für die USA, sondern für die gesamte Weltwirtschaft.

13. Juli: Die Ratingagentur Moody's droht dem Land wegen des Konfliktes mit der Aberkennung seiner Topbonität. Eine weitere Verhandlungsrunde im Weißen Haus bringt keine konkreten Ergebnisse.

14. Juli: Die chinesische Ratingagentur Dagong und Standard & Poor's (S&P) drohen die langfristige Kreditwürdigkeit der USA herunterzustufen. Nachdem auch das fünfte Treffen in fünf Tagen im Weißen Haus ergebnislos zu Ende gegangen ist, setzt Obama eine 36-Stunden-Frist. Bis dahin sollen die Parteispitzen im Kongress eine Einigung präsentieren.

16. Juli: Da sich im Streit mit den Republikanern über Steuererhöhungen für die Reichen keine Annäherung abzeichnet, will sich Obama notgedrungen zunächst mit einer «kleineren Kompromisslösung» begnügen. Nach einem Vorschlag der Republikaner könnte die Schuldengrenze bis Ende 2012 in drei Schritten erhöht werden, wenn Obama gleichzeitig neue Einsparungen ankündigt.

19. Juli: Die Parteien pokern weiter. Während Obama vorsichtige Hoffnung auf eine Einigung äußert, setzen die Republikaner im Parlament demonstrativ auf Kompromisslosigkeit. Sie verabschieden im Abgeordnetenhaus einen Gesetzentwurf zur Defizitkürzung, gegen den das Weiße Haus bereits ein Veto angekündigt hat.

22. Juli: Wegen eines Streits um Steuererhöhungen lassen die Republikaner die Verhandlungen mit dem Weißen Haus platzen.

23. Juli: Obama bestellt führende Kongresspolitiker zu einem Krisengipfel ein.

25. Juli: Die Republikaner im Abgeordnetenhaus und die Demokraten im Senat legen getrennte Gesetzesvorschläge vor. Der Plan der Konservativen sieht die Erhöhung des Schuldenlimits in zwei Etappen vor, die Demokraten und Obama beharren auf einem Schritt.

25. Juli: In einer Fernsehrede warnt Obama vor einer «schweren wirtschaftlichen Krise», falls es nicht innerhalb der nächsten Tage eine Einigung geben sollte.

31. Juli: Obama verkündet, dass er sich mit den Führern der Republikanern und Demokraten im Kongress geeinigt hat. Der Kompromiss sieht vor, dass das Schuldenlimit von derzeit 14,3 Billionen Dollar (rund 10 Billionen Euro) in zwei Etappen um insgesamt 2,4 Billionen Dollar erhöht wird. Im ersten sofortigen Schritt sollen es rund 900 Milliarden Dollar sein. Das angehobene Schuldenlimit soll mit Sparmaßnahmen in Höhe von fast drei Billionen Dollar einhergehen.

Finanzen / USA
01.08.2011 · 22:44 Uhr
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