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Chronologie: Käßmann stark in der Öffentlichkeit 

Hamburg (dpa) - Margot Käßmann steht seit vielen Jahren im Licht der Öffentlichkeit. Die redegewandte Theologin nahm als Landesbischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu vielen gesellschaftspolitischen Streitfragen Stellung.

Auch mit privaten Schwierigkeiten ging sie offen um. Ein Rückblick:

September 1999: Käßmann wird als neue Bischöfin von Hannover in ihr Amt eingeführt. Sie ist die zweite Frau an der Spitze einer Landeskirche.

Juli 2003: Bei der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes im kanadischen Winnipeg kritisiert Käßmann die Konsumgesellschaft und einen übertriebenen Schönheitskult.

November 2003: Bei der Wahl des neuen EKD-Ratsvorsitzenden unterliegt sie dem berlin-brandenburgischen Landesbischof Wolfgang Huber.

Mai 2005: Als Gastgeberin des Evangelischen Kirchentages in Hannover kritisiert sie das Profitstreben mancher Unternehmen. Sie fordert Manager auf, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen.

Oktober 2006: Nach einer Brustkrebsoperation macht Käßmann Frauen in ähnlicher Lage Mut. Eine solche Diagnose sei nicht gleich ein Todesurteil.

Mai 2007: Die Landeskirche in Hannover teilt mit, dass Käßmann nach 26 Ehejahren die Scheidung eingereicht hat. Die Bischöfin will weiter im Amt bleiben. «Die von mir zu erwartende Vorbildfunktion sehe ich darin, wahrhaftig zu sein», sagt sie.

Oktober 2009: Die EKD-Synode in Ulm wählt Käßmann mit großer Mehrheit zur Ratsvorsitzenden. Erstmals übernimmt eine Frau das höchste Amt der EKD.

November 2009: Die Bischöfin kritisiert die vom Deutschen Ethikrat geforderte Abschaffung von Babyklappen.

Dezember 2009: Käßmann spricht sich für Ganztagsschulen und gegen das von der Bundesregierung geplante Betreuungsgeld aus. In der Debatte um das Minarett-Verbot in der Schweiz fordert sie weltweite Religionsfreiheit, ermahnt die in Deutschland lebenden Muslime aber, alle Verfassungs- und Freiheitsrechte ernst zu nehmen.

Januar 2010: In ihrer Predigt am Neujahrstag 2010 stellt Käßmann den Afghanistan-Kurs der Regierung infrage. Sie fordert einen Abzugsplan für die deutschen Soldaten. Vor allem ihre Worte «Nichts ist gut in Afghanistan» sorgen für heftige Kritik. Das Buch der vierfachen Mutter «In der Mitte des Lebens» schafft es auf den ersten Platz der Ratgeber-Bestsellerliste.

Februar 2010: Käßmann überfährt mit ihrem Dienstwagen in Hannover eine rote Ampel und wird von der Polizei gestoppt. Eine Blutprobe ergibt einen Alkoholwert von 1,54 Promille.

Kirchen / Kriminalität
24.02.2010 · 23:24 Uhr
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