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Chronologie: E10 - eine Geschichte voller Pannen

Super und Super E10 an einer Essener Tankstelle.Großansicht

Berlin (dpa) - Der neue Biosprit E10 sorgt für Unmut bei Verbrauchern, Wirtschaft und Politik. Schon 2008 scheiterte der Versuch, die Benzinsorte einzuführen. Ein Rückblick:

4. April 2008: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) legt Pläne zur Einführung von E10 auf Eis. Zuvor wurde bekannt, dass schätzungsweise drei Millionen Autos E10 nicht vertragen.

23. April 2009: Die EU legt eine neue «Biosprit-Richtlinie» vor. Sie schreibt keine E10-Einführung vor, sondern, dass bis 2020 zehn Prozent der im Transportsektor verbrauchten Energie erneuerbar sein muss. Wie die Regierungen das erreichen, können sie entscheiden.

26. November 2010: Ein zweiter E10-Anlauf nimmt die politischen Hürden: Der Bundesrat macht den Weg frei für die Einführung des Biosprits zum 1. Januar 2011.

2. Januar 2011: Erste Tankstellen bieten E10 an.

24. Februar: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert E10 als Mogelpackung und Verbrauchertäuschung. Einen Effekt für den Klimaschutz gebe es nicht.

26. Februar: Laut Mineralölbranche verzichten bis zu 70 Prozent der Autofahrer auf E10, obwohl ihre Wagen den Sprit vertragen.

28. Februar: Der Verkauf schwächelt. Der Automobilclub ADAC und die Bundesregierung fordern die Mineralölkonzerne auf, mit einer besseren Aufklärung gegenzusteuern.

1. März: Verunsicherte Autofahrer meiden weiter den neuen Bio-Sprit und sorgen damit an den Tankstellen für massive Engpässe bei alternativen Sorten wie Super E5 und Super Plus mit 98 Oktan.

2. März: Die Mineralölwirtschaft fordert die Autofahrer eindringlich auf, das neue Bio-Super zu tanken. Nach neuen Berechnungen könnten 93 Prozent der in Deutschland angemeldeten Autos diesen Kraftstoff nutzen.

3. März: Nach massiven Absatzproblemen stoppt die Benzinbranche vorläufig die weitere Einführung des Biosprits. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) kündigt einen «Benzin-Gipfel» für den 8. März an.

4. März: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hält trotz Absatzkrise und Millionen verunsicherter Autofahrer am umstrittenen Biosprit E10 fest.

7. März: Die Mineralölwirtschaft fordert, auf Strafzahlungen zu verzichten, falls die Bio-Quote wegen der schwachen Nachfrage nicht erfüllt wird.

8. März: Die Bundesregierung hält nach einem «Benzingipfel» mit Vertretern der Mineralöl-, Auto- und Bauernbranche sowie mit Verbraucher- und Umweltschützern trotz Kritik an E10 fest. Es soll nun beim Verbraucher verstärkt für die Einführung von E10 geworben werden. Zudem sollen die Informationen für die Autofahrer - vor allem auch an den Tankstellen - verbessert werden.

Energie / Benzin
08.03.2011 · 21:26 Uhr
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