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Chronologie: Die Unruhen in Großbritannien

Berlin (dpa) - Auslöser der tagelangen Krawalle in London war der Tod eines 29-jährigen Mannes durch eine Polizeikugel. Nach schweren Plünderungen und Brandschatzungen wurde massiv Polizei aufgeboten, um die Lage zu beruhigen.

Die Unruhen breiteten sich aber auf andere Städte aus. Ein Überblick:

4. August: Im Londoner Stadtteil Tottenham wird der 29-Jährige Mark Duggan von einem Polizisten erschossen. Die Polizei spricht zunächst von Notwehr. Duggan habe das Feuer eröffnet. Duggan wird von Sicherheitskräften der Banden- und Drogenszene zugerechnet. Der dunkelhäutige Mann hat drei Kinder; seine Familie zweifelt die Darstellung der Polizei an. Vier Tage später ergeben die Ermittlungen von Scotland Yard, dass Duggan nicht auf die Polizei geschossen hat.

6. August: Mehr als 100 Menschen marschieren am Nachmittag friedlich zur Polizeiwache von Tottenham und verlangen Aufklärung über Duggans Tod sowie «Gerechtigkeit» für seine Familie. Am frühen Abend kippt die friedliche Stimmung. Polizeiautos werden attackiert und angezündet, Schaufensterscheiben eingeworfen und schließlich auch Gebäude in Brand gesetzt. Hunderte Menschen, zumeist Jugendliche, ziehen plündernd durch die Straßen.

7. August: Die Polizei bekommt die Lage erst am frühen Morgen unter Kontrolle. Einige Häuser sind komplett abgebrannt, der Sachschaden geht in Millionenhöhe. In der Nacht greifen die Krawalle auf andere Londonner Bezirke über. Polizei und Feuerwehr wirken überfordert.

8. August: Premier David Cameron bricht seinen Urlaub ab und kehrt nach London zurück. In der Nacht setzt sich das Plündern und Brandschatzen in mindestens sieben Stadtteilen fort. Einige sind wie Tottenham für soziale Probleme bekannt. Es gibt aber auch Randale mitten in der Londoner Innenstadt.

9. August: Aus London wird das erste Todesopfer gemeldet. Ein 26-Jähriger, der in der Nacht angeschossen wurde, stirbt im Krankenhaus. Im Laufe des Tages beginnt sich die Lage zu beruhigen, 16 000 Polizisten sichern die Stadt. Aus Angst vor Randale schließen viele Läden und Einkaufszentren vorzeitig, Fußballspiele werden verschoben oder abgesagt. Die Krawalle greifen nun jedoch auf andere britische Städte über, darunter Birmingham, Liverpool und Manchester.

10. August: In London bleibt es weiter ruhig, Jugendliche randalieren jedoch in anderen britischen Städten weiter. Am Rande von Ausschreitungen in Birmingham werden drei Männer mit einem Auto totgefahren. Unklar ist, ob ihr Tod mit den Krawallen zusammenhängt.

Gesellschaft / Gewalt / Großbritannien
10.08.2011 · 22:51 Uhr
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