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Chronologie: Die unendliche Geschichte geht weiter

Berlin (dpa) - Mit den zwei Spitzentreffen in Cannes und dem Drama in Athen erreicht die Euro-Schuldenkrise einen weiteren Höhepunkt. Hier eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse seit Ausbruch der Krise:

Winter 2009/2010: Der Euro-Staat Griechenland hat seine Zahlen zum Haushaltsdefizit jahrelang manipuliert. Seine Staatsverschuldung beläuft sich tatsächlich auf rund 260 Milliarden Euro. Die EU-Kommission stellt Griechenland unter Aufsicht.

Frühling 2010: Die Euro-Länder einigen sich auf ein Rettungspaket für Griechenland, der Internationale Währungsfonds (IWF) ist beteiligt. Griechenland soll über drei Jahre Kredithilfen von 110 Milliarden Euro bekommen. In der Eurozone verschärft sich die Krise. Ein Rettungsschirm in Höhe von 750 Milliarden Euro wird aufgestockt. Irland werden als erstem Land 85 Milliarden aus dem Rettungsschirm EFSF bewilligt.

Winter 2010: Um den Euro vor Attacken der Finanzmärkte zu schützen, beschließen die EU-Staats- und Regierungschefs einen dauerhaften Auffangschirm für pleitebedrohte Staaten. Der Krisenmechanismus soll 2013 den Rettungsschirm EFSF ersetzen. Dazu wird der EU-Vertrag geändert.

März 2011: Die Euro-Länder vereinbaren weitreichende Maßnahmen zur Absicherung des Euro. Der EFSF wird ausgeweitet. Die 27 EU-Staaten beschließen die Aufstockung des Rettungsfonds und einigen sich auf eine engere Abstimmung in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik.

April 2011: Nach Griechenland und Irland hängt künftig auch Portugal am EU-Finanztropf. Der Staat bekommt ein Hilfspaket von 78 Milliarden Euro und muss im Gegenzug ein striktes Sparprogramm durchziehen.

Mai 2011: Die EU verlangt den Griechen einen noch härteren Sparkurs ab. Athen hat noch bis Mitte Juli Geld, dann droht die Staatspleite.

Juni 2011: EU-Kommission, Europäische Zentralbank EZB und IWF («Troika») stellen in ihrem Prüfbericht fest, dass Griechenland nicht ohne neues Hilfsprogramm über die Runden kommt.

Juli 2011: Die Finanzminister der Euro-Gruppe unterzeichnen den Vertrag zur Schaffung des neuen Krisenfonds (ESM). Sie geben einen neuen Milliardenkredit an Griechenland frei, die Staatspleite ist vorerst abgewendet. - Laut europäischer Bankenaufsicht EBA sind beim Stresstest von 90 Banken in Europa fünf spanische, zwei griechische und ein österreichisches Institut durchgefallen.

September 2011: Das Bundesverfassungsgericht billigt die ersten Rettungspakete für Griechenland und den EU-Rettungsschirm. - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will eine «geordnete Insolvenz» Griechenlands zur Euro-Rettung nicht mehr ausschließen. - Der Bundestag billigt die EFSF-Ausweitung. Dabei erreicht die schwarz-gelbe Koalition die Kanzlermehrheit. Damit der Fonds Kredite von 440 Milliarden Euro vergeben kann, wird der Garantierahmen auf 780 Milliarden erhöht. Deutschland haftet dabei mit 211 Milliarden.

Oktober 2011: In einer dramatischen Nachtsitzung einigen sich die Staats- und Regierungschefs des Eurogebiets auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket. Griechenland soll ein neues Hilfspaket von 100 Milliarden Euro bekommen. Die Privatgläubiger wie Banken erklären sich bereit, auf 50 Prozent ihrer Forderungen an Athen zu verzichten. Die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF wird mit einem sogenannten Hebel auf eine Billion Euro vervielfacht. Die führenden Banken müssen sich für gut 106 Milliarden Euro frisches Kapital besorgen.

Oktober/November 2011: Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou überrascht die internationalen Partner mit der Ankündigung, seine Landsleute über die harten Spar-Anstrengungen in einem Referendum abstimmen zu lassen. Die «Frankfurter Runde» mit Bundeskanzlerin Merkel, dem französischen Präsidenten Sarkozy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ruft eilig ein Sondertreffen in Cannes am Vortag des G20-Gipfels ein.

EU / Finanzen
02.11.2011 · 21:57 Uhr
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