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Chronologie: Die Kundus-Affäre

Bei dem Luftangriff auf zwei Tanklaster in Kundus wurden bis zu 142 Menschen verletzt oder getötet.Großansicht
Hamburg (dpa) - Bei dem von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff in Afghanistan wurden am 4. September 2009 bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt. Eine Chronologie:

4. September 2009: Von der Bundeswehr angeforderte NATO-Flugzeuge bombardieren zwei von Taliban gekaperte Tanklaster. Das Verteidigungsministerium geht von «mehr als 50 getöteten Aufständischen» aus.

28. Oktober: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird im Bundestag als neuer Verteidigungsminister vereidigt. Am selben Tag trifft der Untersuchungsbericht der NATO im Ministerium ein.

29. Oktober: Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan sagt, nach unterschiedlichen Quellen seien bei dem Anschlag bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt worden, möglicherweise auch Zivilisten.

5. November: Nach Angaben hochrangiger NATO-Offiziere hätte Bundeswehr-Oberst Georg Klein die Bombardierung der Tanklaster nicht anordnen dürfen.

6. November: Guttenberg nennt den Angriff «militärisch angemessen».

26. November: Guttenberg entlässt Generalinspekteur Schneiderhan und Verteidigungsstaatssekretär Peter Wichert. Der Minister begründet dies mit vorenthaltenen Informationen über dem Angriff.

27. November: Der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) übernimmt die Verantwortung für die interne Informationspolitik und erklärt seinen Rücktritt als Arbeitsminister.

2. Dezember: Zur Aufklärung der Kundus-Affäre beschließt der Verteidigungsausschuss des Bundestages seine Umwandlung in einen Untersuchungsausschuss. Er konstituiert sich am 16. Dezember.

3. Dezember: Guttenberg bezeichnet das Bombardement im Bundestag jetzt als «militärisch nicht angemessen». Neue Dokumente hätten ihn zur Korrektur seiner Meinung veranlasst.

16. Dezember: Schneiderhan wehrt sich gegen den Vorwurf, wichtige Akten und Berichte seien unterschlagen worden.

10. Februar 2010: Als erster Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss verteidigt Oberst Klein seine Entscheidung als «rechtmäßig».

9. März: Guttenberg sagt in einem Interview, er gehe nicht davon aus, dass ihm Informationen «vorsätzlich» vorenthalten wurden.

18. März: Im Kundus-Untersuchungsausschuss weisen Schneiderhan und Wichert den Vorwurf zurück, Unterlagen seien unterschlagen worden.

19. März: Die Bundesanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen Oberst Klein und seinen Flugleitoffizier wegen eines möglichen Verstoßes gegen des Völkerstrafgesetzbuch ein.

19. April: Die Ermittlungen gegen Klein und den zuständigen Offizier werden eingestellt. Zum Zeitpunkt des Luftangriffs hatten die beiden laut Bundesanwaltschaft keine Hinweise auf die Anwesenheit von Zivilisten bei den Tanklastwagen.

Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
22.04.2010 · 23:34 Uhr
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