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Chronologie: Die Krise in Griechenland

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Berlin (dpa) - Griechenland gehört seit 2001 zur Euro-Zone. Später stellte sich heraus, dass sich das Land den Beitritt mit frisierten Zahlen erschlichen hatte. Seitdem hat sich die finanzielle Misere verschlimmert, seit 2009 ist sie offensichtlich. Ein Rückblick:

September 2004: Nach Berechnungen des europäischen Statistikamtes Eurostat hat Griechenland seine Zahlen zum Haushalsdefizit seit 2000 manipuliert. Eurostat kommt auf deutlich höhere Defizite.

Oktober 2009: Die oppositionellen Sozialisten gewinnen die vorgezogene Parlamentswahl. Giorgos Papandreou wird Ministerpräsident. Mit einer Staatsverschuldung von rund 260 Milliarden Euro ist jeder Grieche im Durchschnitt mit rund 25 000 Euro verschuldet.

Dezember 2009: Die Ratingagentur Fitch senkt ihr Kreditrating für Griechenland herab. Andere große Ratingagenturen folgen.

Januar 2010: Die Regierung schickt ihren Sparplan zur Haushaltssanierung an die EU-Kommission. Sie will das Defizit von 12,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) mit harten Einsparungen und Steuererhöhungen bis 2012 auf unter drei Prozent drücken.

Februar 2010: Brüssel stellt den größten Schuldensünder des Eurogebiets unter Aufsicht. Athen muss bis 2012 sein Defizit in den Griff bekommen, verlangt die EU-Kommission. Die Budget-Sanierung wird von Brüssel streng und ständig überwacht.

April 2010: Die Euro-Länder einigen sich auf ein Rettungspaket. Es soll über drei Jahre laufen und der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligt werden. Im Notfall könnte Griechenland im ersten Jahr auf Hilfen von insgesamt 45 Milliarden Euro zugreifen. Große Ratingagenturen stufen die Kreditwürdigkeit des Landes weiter herab. In der Eurozone verschärft sich die Krise.

Mai 2010: Griechenland soll im Kampf gegen den drohenden Staatsbankrott über drei Jahre Kredithilfen von insgesamt 110 Milliarden Euro bekommen. 80 Milliarden Euro kommen von den Eurostaaten, weitere 30 Milliarden Euro vom IWF. Griechenland muss dafür unter anderem sein Haushaltsdefizit bis 2014 unter die Marke von 3 (derzeit 13,6) Prozent absenken.

November 2010: Eurostat gibt bekannt, dass das Haushaltsdefizit 2009 bei 15,4 Prozent des BIP lag.

April 2011: Die griechische Regierung stimmt die Bevölkerung auf ein weiteres hartes Sparprogramm ein. Der Fehlbetrag im Haushalt 2010 belief sich auf 10,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie Eurostat mitteilt. Zunächst war Athen von etwa 9,5 Prozent ausgegangen.

Mai 2011: Die EU verlangt von den Griechen, geschlossen einen noch härteren Sparkurs zu steuern, aber Regierung und Opposition sind in dieser Frage tief zerstritten.

Juni 2011: EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und IWF («Troika») erkennen die Sparanstrengungen Athens bedingt an. Die dringend benötigte nächste Finanzspritze über 12 Milliarden Euro von EU und IWF rückt näher. Aus dem Rettungspaket von 110 Milliarden Euro ist bisher ungefähr die Hälfte nach Griechenland geflossen.

Die «Troika» bemängelt aber auch, dass die Regierung bei den geplanten Reformen nicht vorankommt. Griechenland werde wahrscheinlich nicht in der Lage sein, 2012 auf die Finanzmärkte zurückzukehren, um neues Geld zu leihen, heißt es in dem «Troika»-Bericht. Athen beschließt ein neues hartes Sparprogramm, das noch vom Parlament gebilligt werden muss, die Mehrheit der regierenden Sozialisten bröckelt jedoch. Die Schuldenkrise weitet sich zur Staatskrise aus. Der Versuch, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden, die den Reformkurs durchsetzt, scheitert. Die Euro-Partner sind über die Ausgestaltung eines weiteren Rettungspaket im Umfang von möglicherweise 90 bis 120 Milliarden Euro uneins.

EU / Finanzen / Griechenland
19.06.2011 · 21:46 Uhr
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