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Chronologie: Die Havarie und die Folgen

Berlin (dpa) - Nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia» vor der italienischen Küste mit mindestens elf Toten werden Vorwürfe gegen den Kapitän immer lauter. Eine Chronologie:

Freitag, 13. Januar

19.00 Uhr: Das Schiff läuft aus dem italienischen Hafen Civitavecchia zu einer einwöchigen Mittelmeer-Kreuzfahrt aus. An Bord sind 4232 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

ca. 21.45 Uhr: Das Schiff rammt einen Felsen vor der Insel Giglio. Die Reederei wirft Kapitän Francesco Schettino später vor, er habe eigenmächtig den Kurs geändert. Er soll das Schiff bis auf 150 Meter ans Ufer herangesteuert haben.

21:49 Uhr: Die Hafenaufsicht funkt die «Costa Concordia» an. Der Kapitän meldet eine «kleine technische Störung».

22.30 bis 23.00 Uhr: Wasser dringt ein, das Schiff gerät aus dem Gleichgewicht. Es läuft rund 100 Meter vor der Insel auf Grund. An Bord bricht Panik aus. Der Staatsanwalt wirft dem Kapitän später vor, die Besatzung habe erst 58 Minuten nach dem Unglück die Küstenwache alarmiert.

23.00 Uhr: Die Evakuierung des Schiffes läuft. Passagiere werden mit Rettungsbooten zur Insel gebracht. Einige springen in Panik über Bord. Bis zu 150 Menschen werden nachts aus dem Meer gerettet. Drei Tote werden geborgen, später noch zwei weitere Leichen.

Samstag, 14. Januar

00:41 Uhr: Die Hafenaufsicht fragt den Kapitän, wie viele Menschen noch auf dem Schiff sind. Aus dem Gespräch geht hervor, dass er sein Schiff verlassen hat. Die Hafenaufsicht fordert den Kapitän auf, an Bord zurückzukehren und die Rettungsaktion zu koordinieren.

01.46: Der Kommandeur der Hafenaufsicht fragt den Kapitän nach Hilfsbedürftigen an Bord. Der ist noch immer nicht an Bord. Der Kommandeur gibt dem Kapitän den Befehl, auf sein Schiff zu gehen.

Bei Tagesanbruch suchen Rettungsmannschaften weiter nach Vermissten. Bis zum Mittag sind 4179 gerettete Passagiere an Land registriert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Kapitän. Er wird am Abend festgenommen.

Am Abend sind 560 deutsche Passagiere nach Deutschland zurückgeflogen. 41 Menschen werden weiter vermisst.

Sonntag, 15. Januar

Am Morgen entdecken Rettungskräfte zwei Überlebende. Das Brautpaar aus Südkorea wird kurze Zeit später gerettet. Auch ein Besatzungsmitglied wird befreit.

Am Abend distanziert sich die Kreuzfahrtgesellschaft von ihrem Kapitän. Seine Entscheidungen seien nicht den üblichen Regeln gefolgt.

Montag, 16. Januar

Am frühen Morgen wird ein sechstes Todesopfer an Bord der «Costa Concordia» gefunden. Am Abend gelten 25 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder weiter als vermisst, darunter mehr als zehn Deutsche.

Dienstag, 17. Januar

Mindestens ein Deutscher ist nach italienischen Medienangaben bei der Havarie ums Leben gekommen. Taucher entdecken im Wrack darüber hinaus fünf weitere Leichen. Damit erhöht sich die Zahl der geborgenen Opfer auf mindestens elf.

Naturschützer warnen vor einer Umweltkatastrophe. Das Öl aus dem Schiff sei eine tödliche Gefahr für Zehntausende Meerestiere, die in dem 1996 gegründeten Nationalpark Toskanischer Archipel lebten. Das Abpumpen des Öls wird vorbereitet, kann aber zwei bis fünf Wochen dauern.

Kapitän Schettino werden bei einem Haftprüfungstermin mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und das Verlassen der «Costa Concordia» während der Evakuierung vorgeworfen. Eine Richterin ordnet Hausarrest an.

Mittwoch, 18. Januar

Die Suche nach Vermissten wird unterbrochen. Das Wrack sinkt weiter ab und gefährdet die Retter. Noch immer werden Menschen vermisst.

Italienische Medien berichten, der Kapitän habe angegeben, bei der Rettung von Passagieren zufällig in ein Rettungsboot gestürzt zu sein.

Schiffahrt / Unfälle / Italien
18.01.2012 · 22:10 Uhr
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