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Chronologie: Die Bundeswehr in Afghanistan

Die Bundeswehr engagiert sich seit Ende 2001 in Afghanistan. Archivfoto: ISAFGroßansicht

Berlin (dpa) - Die Bundeswehr engagiert sich seit Ende 2001 in Afghanistan. Derzeit sind 5075 deutsche Soldaten in der Internationalen Schutztruppe (ISAF) am Hindukusch stationiert.

22. Dezember 2001: Der Bundestag stimmt der Entsendung von bis zu 1200 Soldaten im Rahmen der ISAF zu. Erstmals stehen damit Bundeswehrsoldaten vor einem Kampfeinsatz außerhalb Europas.

7. Juni 2003: In Kabul werden bei einem Selbstmordattentat vier Bundeswehrsoldaten getötet und 29 verletzt.

28. September 2005: Nach einem Bundestagsbeschluss können deutsche Soldaten zeitlich begrenzt außer im Norden und in Kabul künftig auch in anderen Teilen Afghanistans in Kampfgebieten eingesetzt werden. Der Bundestag erhöht die Personalobergrenze der Bundeswehr auf 3000 Soldaten.

2. August 2006: Im nordafghanischen Masar-i-Scharif wird mit 1000 Soldaten das größte Feldlager der Bundeswehr im Ausland errichtet.

27. Juli 2009: Eine neue «Taschenkarte» nennt geänderte Verhaltensregeln der Soldaten in Afghanistan. Angesichts einer verschärften Sicherheitslage wird die Erlaubnis zum Schießen ausgeweitet.

4. September 2009: Bei einem von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff auf zwei gekaperte Tanklastzüge gibt es bis zu 142 Tote oder Verletzte. Nach Angaben aus Kabul wurden auch 30 Zivilisten getötet.

26. Januar 2010: Die Bundesregierung will 2011 mit dem schrittweisen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan beginnen und möglichst bis 2014 alle Soldaten nach Hause holen.

9. Februar 2010: Das Bundeskabinett beschließt die Ausweitung des Afghanistan-Mandats auf bis zu 5350 Soldaten.

18. Dezember 2010: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht die deutschen Truppen in Nordafghanistan. Dabei spricht sie so deutlich wie nie zuvor von einem «Krieg». Im Feldlager in Masar-i-Scharif sagt sie: «Wenn man sich mit der Realität unserer Soldaten befasst, ist das eben in der Region Kundus so, dass sie in wirklichen Gefechten stehen - so wie Soldaten das in einem Krieg tun.»

12. Januar 2011: Das Bundeskabinett verabschiedet das neue Mandat für den Afghanistan-Einsatz mit wie bisher bis zu 5350 Soldaten. Im neuen Mandat wird erstmals ein Termin für den Abzugsbeginn genannt: Ende 2011, «soweit die Lage dies erlaubt».

18. Mai 2011: Bei einer gewaltsamen Demonstration vor einem Bundeswehrlager in der nordafghanischen Stadt Talokan werden bis zu zwölf Zivilisten getötet. Drei deutsche Soldaten und fünf afghanische Wachleute werden verletzt, als Demonstranten Handgranaten und Molotowcocktails werfen.

28. Mai 2011: Bei einem Anschlag auf den Gouverneurssitz in Talokan wird der Kommandeur der Bundeswehr in Afghanistan, Generalmajor Markus Kneip, verletzt. Es ist das erste Mal, dass ein Isaf-General bei einem Anschlag zu Schaden kommt. Zwei Bundeswehrsoldaten sterben.

2. Juni 2011: Bei einem Sprengstoffanschlag in der Provinz Baghlan stirbt erneut ein deutscher Soldat. Seit Beginn des Afghanistan- Einsatzes sind damit 52 deutsche Soldaten ums Leben gekommen, 34 von ihnen starben bei Anschlägen oder Gefechten.

17. Juli: Die ISAF-Schutztruppe beginnt in der Provinz Bamian mit der Kommandoübergabe an einheimische Sicherheitskräfte. Am 23. Juli übernehmen afghanische Armee und Polizei offiziell Masar-i-Scharif, wo sich das Hauptquartier der Bundeswehr-Truppen befindet.

International / Bundespräsident / Afghanistan / Deutschland
16.10.2011 · 22:04 Uhr
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