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Chronologie: Deutschland im Visier von Terroristen

Sicherheit in der LuftfrachtGroßansicht

Berlin (dpa) - Die Sorge vor einem terroristischen Anschlag hält Deutschland seit Wochen in Atem. Ein Rückblick:

29. Oktober: Zwei eher zufällig vereitelte Bombenanschläge mit Luftpostpaketen auf Ziele in den USA versetzen die Terrorfahnder in Alarmstimmung. Eines der Sprengstoffpakete wurde auf dem Flughafen Köln/Bonn umgeladen.

30. Oktober: Die Bombenfunde änderten nichts an der Gefährdungslage für Deutschland, erklärt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zunächst. Es gebe «keine konkreten Hinweise auf Anschlagsplanungen». Dass die gefährliche Fracht auf einem deutschen Flughafen hätte explodieren können, wird erst durch den britischen Premier David Cameron publik. Am Abend verkündet der Minister ein Stopp für Luftfracht aus dem Jemen.

31. Oktober: Nach US-Medienberichten wurden die Pakete nur durch einen Hinweis des saudi-arabischen Geheimdienstes entdeckt und nicht bei regulären Sicherheitschecks. Luftfracht werde «relativ wenig» kontrolliert, sagt de Maizière und räumt Sicherheitslücken ein. Zwar sei das Paket für die USA bestimmt gewesen, trotzdem könne keine Entwarnung für Deutschland gegeben werden, sagte de Maizière. Der Innenminister sagt eine geplante Nahost-Reise ab.

7. November: Laut de Maizière muss in Europa und den USA mit weiteren Terrorakten gerechnet werden. Nach Angaben des Ministers stuften deutsche Sicherheitskräfte den Transport der Paketbombe anfangs als Fehlalarm ein, auch er habe die Brisanz unterschätzt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war zunächst nicht unterrichtet und darüber stark verärgert, berichten Medien.

17. November: Bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Berlin warnt Bundesinnenminister de Maizière (CDU) vor einem mutmaßlich geplanten Anschlag. Es gebe «konkrete Ermittlungsansätze und konkrete Spuren». Die Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen und Bahnhöfen sowie am Berliner Reichstag werden verstärkt.

18. November: Ein Bombenalarm vor dem Start eines Air-Berlin-Flugs von Namibia nach München löst kurz nach der Terrorwarnung neue Unruhe aus. Ein verdächtiges Gepäckstück wird auf dem Flughafen von Windhuk aus dem Verkehr gezogen, bevor es in den Airbus verladen wird. Unter Berufung auf US-Sicherheitsbeamte berichtet das ZDF, der vermeintliche Sprengsatz sei nur eine Attrappe.

19. November: De Maizière gibt Entwarnung: Experten des Bundeskriminalamtes hätten herausgefunden, dass es sich um einen sogenannten Realtest-Koffer einer US-Firma handele. Wer die Attrappe platziert hat, bleibt vorerst ungeklärt, eine Beteiligung deutscher Behörden schließt der Minister aus. Herrenlose Gepäckstücke auf deutschen Bahnhöfen sorgen unterdessen für Aufregung.

20. November: Laut «Spiegel» plant das Terrornetzwerk Al-Kaida mit seinen Verbündeten möglicherweise einen Anschlag auf den Berliner Reichstag. Informationen eines angeblichen Aussteigers seien Anlass für die Terror-Warnung gewesen. Laut «Focus» ist am ehesten in Berlin, Hamburg, München, im Rhein-Main-Gebiet und im Raum Köln/Bonn mit Anschlägen zu rechnen. ach dem falschen Bombenalarm in Namibia wurde der Leiter der dortigen Flughafensicherheitspolizei festgenommen. Er soll das Gepäckstück auf dem Flughafen auf ein Band zur Gepäckbeförderung gelegt zu haben.

Innere Sicherheit / Terrorismus
21.11.2010 · 21:57 Uhr
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