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Chronologie: Der schwere Weg von Opel

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Hamburg (dpa) - Der angeschlagene Autobauer Opel steht nach den Sanierungsplänen von General Motors (GM) vor drastischen Stellenstreichungen. Eine Chronologie der Ereignisse:

14. November 2008: Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten ruft Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat zur Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll Opel stützen. Nach Unternehmensangaben geht es um «etwas mehr als eine Milliarde Euro».

17. Februar 2009: Der ums Überleben kämpfende Mutterkonzern General Motors (GM) will 47 000 Stellen streichen, davon 26 000 außerhalb der USA.

27. Februar: Opel will sich weitgehend von GM abkoppeln. Das von der öffentlichen Hand benötigte Kapital eines neuen europäischen Unternehmens Opel/Vauxhall wird auf 3,3 Milliarden Euro beziffert.

23. April: Fiat will Opel übernehmen. Die Arbeitnehmer sind dagegen. Ende Mai zieht sich Fiat zurück.

27. Mai: GM kündigt an, sein Europa-Geschäft mit der Hauptmarke Opel rechtlich abzuspalten.

30. Mai: Bund, Länder, GM, das US-Finanzministerium und der österreichische Zulieferer Magna einigen sich auf ein Rettungskonzept. Damit ist der Weg frei für einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro an Opel sowie das Treuhand-Modell.

1. Juni: GM reicht in New York einen Antrag auf Insolvenz mit Gläubigerschutz ein.

10. Juli: GM wird aus der Insolvenz entlassen. Mehrheitlich in Staatsbesitz soll GM wesentlich verkleinert überleben. Es fließen mehr als 50 Milliarden Dollar (36 Mrd Euro) an Steuergeldern.

15. Juli: Der Finanzinvestor RHJI stellt ein nachgebessertes Übernahmeangebot für Opel vor. Die Bundesländer mit Opel-Standorten favorisieren Magna, weil der Zulieferer weniger Stellen abbauen will.

19. August: Bund und Länder wollen die Kreditzusagen und Bürgschaften für Opel über 4,5 Milliarden Euro ohne Beteiligung der anderen europäischen Länder mit Opel-Standorten vorstrecken, wenn GM sich für Magna entscheidet.

10. September: Der GM-Verwaltungsrat empfiehlt einen Verkauf von Opel an Magna. Die Treuhand genehmigt das Geschäft.

14. September: Magna bestätigt, dass in Deutschland mehr als 4000 der rund 25 000 Stellen wegfallen werden. Die EU-Kommission kündigt eine «sehr sorgfältige» Prüfung der Milliardenbeihilfen an. Belgien ist aufgebracht, weil der Standort Antwerpen geschlossen werden soll. Widerstand kommt auch aus Großbritannien und Spanien.

15. Oktober: Aus Sorge um ein späteres Veto der EU-Kommission legen der designierte Käufer Magna mit seinem russischen Partner Sberbank und GM die Unterzeichnung des Übernahmevertrags auf Eis.

16. Oktober: EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes äußert schwere Bedenken gegen die von der Bundesregierung versprochenen 4,5 Milliarden Euro an Staatshilfen. Die Hilfszusagen dürften nicht an einen Bieter gebunden sein.

3. November: Der GM-Verwaltungsrat beschließt in einer dramatischen Wendung, Opel doch zu behalten. Der Mutterkonzern will das Europa-Geschäft selber sanieren.

10. November: Der 59 Jahre alte Brite Nick Reilly, als harter Sanierer bekannt, ist ab sofort für eine Übergangszeit Chef des Europageschäfts von GM.

11. November: GM veranschlagt den Finanzierungsbedarf für die Sanierung von Opel mit 3,3 Milliarden Euro. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle trifft in Berlin Reilly und GM-Vize John Smith. Brüderle erwartet, dass GM die Finanzierung grundsätzlich selbst aufbringt.

23. November: Bei einem Treffen in Brüssel verabreden die EU- Länder mit Opel-Standorten, mögliche Staatshilfen für GM/Opel- Standorte in Europa miteinander abzustimmen. Damit sollen Alleingänge und ein Subventionswettbewerb verhindert werden.

24. November: GM zahlt die letzte Kreditrate von 400 Millionen Euro der deutschen Überbrückungshilfe für Opel zurück. Opel liegt wieder ganz in der Hand von GM. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): «Der deutsche Steuerzahler hat bis zum jetzigen Zeitpunkt keinen Cent an Opel verloren».

25. November: GM will bei der Sanierung von Opel rund 9000 Stellen von 55 000 in ganz Europa abbauen. Die Produktionskapazität solle um 20 Prozent sinken, kündigt Reilly an. In Deutschland stehen die Beschäftigten vor massiven Einschnitten, bis zu 5400 Stellen sollen gestrichen werden. Die vier deutschen Werke in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach bleiben erhalten.

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25.11.2009 · 18:13 Uhr
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