News
 

Chronologie: Der Mordfall Buback

Der Tatort mit den zugedeckten Leichen von Siegfried Buback (vorne links) und seines Fahrers im April 1977.

Berlin (dpa) - Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei Begleiter starben vor mehr als 33 Jahren bei einem Attentat der linksterroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) in Karlsruhe. Wer die tödlichen Schüsse abfeuerte, ist bis heute ungeklärt.

7. April 1977: Siegfried Buback und zwei Begleiter sterben im Kugelhagel der Terroristen. Als Täter gelten lange Zeit Christian Klar, Knut Folkerts, Günter Sonnenberg sowie - als «Chefin» der RAF - Brigitte Mohnhaupt.

3. Mai 1977: Verena Becker und Günter Sonnenberg werden in Singen festgenommen, im Gepäck die Waffe, mit der Buback erschossen wurde. Da sie bei der Festnahme auf Polizisten schießen, werden sie wegen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Verfahren gegen Sonnenberg wegen des Buback-Mordes wird 1982 eingestellt, weil er wegen der Folgen eines Kopfschusses als nicht verhandlungsfähig gilt.

September 1977: Folkerts wird in den Niederlanden verhaftet, wegen Polizistenmordes zu lebenslanger Haft verurteilt und ein Jahr darauf an Deutschland ausgeliefert. Das Oberlandesgericht in Stuttgart verurteilt ihn wegen der Buback-Morde zu lebenslanger Haft. 18 Jahre später kommt er frei.

April 1985: Wegen Mordes und Mordversuchs unter anderem im Fall Buback werden Klar und Mohnhaupt zu lebenslanger Haft verurteilt.

September 1989: Bundespräsident Richard von Weizsäcker begnadigt Verena Becker, da sie in der Haft vom Terrorismus abgerückt sei.

April 2007: Der «Spiegel» berichtet, Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt hätten seit Jahren Hinweise von RAF-Mitgliedern, dass das Attentat auf Buback anders abgelaufen sei als von den Gerichten festgestellt. Zum Schutz der Informanten sei dies geheim gehalten worden.

Juni 2008: Die Bundesanwaltschaft leitet ein neues Ermittlungsverfahren gegen Becker ein. Weil sie damit als Beschuldigte gilt, können die Ermittler Genmaterial von ihr nehmen und es mit DNA-Spuren abgleichen.

Juli 2008: Ein Gutachten stellt fest, dass Becker vermutlich nicht unmittelbar am Buback-Attentat beteiligt war. DNA-Spuren, die nach dem Mord an Kleidungsstücken gefunden wurden, stammen nicht von ihr.

August 2009: An den damaligen Bekennerschreiben der RAF entdecken die Ermittler Genmaterial, das eindeutig von Becker stammt. Die heute 58-Jährige wird in Berlin verhaftet. Die Bundesanwaltschaft sieht sie nun wegen ihrer Rolle bei Planung und Organisation als Mittäterin.

Dezember 2009: Der Bundesgerichtshof gibt einer Haftbeschwerde Beckers statt. Sie wird aus der Untersuchungshaft entlassen. Im Gegensatz zur Bundesanwaltschaft hält der BGH Becker nicht für eine Mittäterin beim Buback-Mord. Die Richter gehen von Beihilfe aus.

April 2010: Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Becker beim Oberlandesgericht Stuttgart. Der Prozess soll am 30. September in Stuttgart-Stammheim beginnen.

Prozesse / Terrorismus / RAF
30.09.2010 · 07:48 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
12.12.2017(Heute)
11.12.2017(Gestern)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen