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Chronologie: Birmas Symbolfigur für Demokratie

Der Hausarrest von Aung San Suu Kyi wurde nach siebeneinhalb Jahren aufgehoben.Großansicht

Berlin (dpa) - Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi trotzt den Militärmachthabern ihres Landes seit Jahrzehnten. Die 65 Jahre alte Symbolfigur der Demokratiebewegung hat in dem asiatischen Staat 15 der vergangenen 21 Jahre im Hausarrest verbracht.

26. August 1988: Nach der blutigen Niederschlagung eines Studentenaufstands stellt sich die Tochter des Nationalhelden Aung San mit einer Rede vor einer halben Million Menschen an die Spitze der Demokratiebewegung. Vier Wochen später gründet sie ihre Partei Nationalliga für Demokratie (NLD).

20. Juli 1989: Suu Kyi wird unter Hausarrest gestellt.

27. Mai 1990: Die Nationalliga für Demokratie (NLD) gewinnt die Wahlen in Birma. Die Militärjunta erkennt das Ergebnis nicht an.

14. Oktober 1991: Für ihren gewaltlosen Widerstand gegen das Militärregime wird Suu Kyi mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

10. Juli 1995: Der Hausarrest wird aufgehoben, neue Verhaftung und Hausarrest September 2000 bis Mai 2002.

30. Mai 2003: Depayin-Massaker. Beim Überfall auf eine Wagenkolonne mit Suu Kyi sterben mindestens 70 Menschen. Der UN-Menschenrechtsbeauftragte macht Agenten des Staates verantwortlich. Suu Kyi kommt in «Schutzhaft» und ab September wieder unter Hauarrest.

September 2007: Aus kleinen Protesten gegen Preiserhöhungen ist eine Massenbewegung gegen das Regime gewachsen. Angeführt von tausenden Mönchen gehen Hunderttausende in Rangun auf die Straße. Am 20. September schlägt das Regime brutal zu. Vermutlich 200 Menschen sterben. Hunderte Mönche werden verhaftet.

10. Mai 2008: Während in Birma hunderttausende Opfer des Zyklons Nargis ums Überleben kämpfen, lässt die Junta über eine umstrittene Verfassung abstimmen. Ergebnis: mehr als 92 Prozent Zustimmung.

6. Mai 2009: Ein Amerikaner wird festgenommen, der angeblich unbemerkt zu ihrem schwer bewaffneten Haus geschwommen war. Suu Kyi spricht im Polizeiverhör von einem «illegalen Eindringling».

11. August 2009: Ein Gericht verurteilt Suu Kyi deshalb zu drei Jahren Arbeitslager. Sie habe die Auflagen ihres Hausarrests verletzt. Juntachef Than Shwe wandelt die Strafe in 18 Monate Hausarrest um. Entlassung: 13. November 2010.

6. Mai 2010: Suu Kyis Partei NLD wird zwangsweise aufgelöst, weil sie sich geweigert hat, die Nobelpreisträgerin - wie nach dem umstrittenen neuen Parteiengesetz nötig - als «Vorbestrafte» auszuschließen.

7. November 2010: Zum ersten Mal seit 20 Jahren lässt die Militärjunta in Birma wählen. Wie erwartet, erklärt sich die vom Militär gegründete Partei USDP kurz darauf zum großen Gewinner.

13. November 2010: Suu Kyi wird aus dem Hausarrest entlassen und von mehreren tausend Anhängern in Rangun stürmisch begrüßt.

Menschenrechte / Birma
14.11.2010 · 12:13 Uhr
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