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Chronologie: Aufmärsche von Rechtsextremisten

NPD-AnhängerGroßansicht
Hamburg (dpa) - Anhänger rechtsextremer Parteien und Gruppen nutzen häufig öffentliche Kundgebungen zur Darstellung ihrer politischen Positionen. In den vergangenen Jahren haben sich mehrfach 1000 und mehr Neonazis zu Protestzügen durch deutsche Städte versammelt:

13. Februar 2010: Am 65. Jahrestag der Bombardierung Dresdens versammeln sich rund 6400 Rechtsextreme aus dem In- und Ausland. Ihr angekündigter Zug durch die Stadt wird von tausenden Blockierern verhindert. Mehr als 10 000 Menschen bilden eine Menschenkette um die Altstadt. Nach der Kundgebung liefern sich hunderte Neonazis in Gera (Thüringen) und Pirna (Sachsen) Auseinandersetzungen mit der Polizei. 183 Rechtsextreme werden wegen Landfriedensbruchs festgenommen.

16. Januar 2010: Zu einem «Gedenkmarsch» für die Opfer der Bombenangriffe in Magdeburg versammeln sich rund 1000 Rechtsextremisten. Auf der Gegenkundgebung des linken Spektrums werden etwa 450 Teilnehmer gezählt.

18. Oktober 2009: Bei einem Aufmarsch von mehr als 1000 Neonazis in Leipzig gibt es massive Ausschreitungen. Rechtsextremisten bewerfen Polizisten mit Steinen, Stangen und Feuerwerkskörpern, sechs Beamte werden verletzt. Die Gegenveranstaltung mit 3000 Menschen bleibt weitgehend friedlich.

1. Mai 2009: Bei Demonstrationen rechter und linker Gruppen gibt es in mehreren Städten Krawalle. Zum größten Aufmarsch versammeln sich rund 1000 Neonazis in Ulm. Durch von Linksautonomen geworfene Steine und Flaschen werden 50 Polizisten und Rechte verletzt. In Dortmund fliegen Knallkörper und Steine aus einer Gruppe teilweise vermummter Rechter. 200 Rechtsradikale werden festgenommen. In Freiberg (Sachsen) greifen Neonazis Polizisten mit Flaschen und Steinen an.

3. Juni 2007: Nach dem Verbot einer NPD-Kundgebung in Schwerin weichen insgesamt mehr als 1600 Anhänger der rechtsextremen Partei zu unangemeldeten Aufzügen in neun andere Städte aus. Die größten Einzel-Kundgebungen sind mit jeweils bis zu 400 Teilnehmern in Lauenburg (Schleswig-Holstein) und Lüneburg (Niedersachsen). In Berlin ziehen etwa 100 Neonazis durch das Brandenburger Tor.

19. November 2006: In Seelow (Brandenburg) stehen am Volkstrauertag 1200 Neonazis etwa ebenso vielen Gegendemonstranten gegenüber. In der Nähe ruhen auf Deutschlands größter Kriegsgräberstätte 24 000 Tote einer der letzten großen Schlachten des Zweiten Weltkrieges. Die rechte Szene wollte dort ein «Heldengedenken» organisieren.

Extremismus / Demonstrationen
02.05.2010 · 08:28 Uhr
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