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Christenverfolgung im Irak nimmt vor Wahl zu

Blick in eine durch einen Anschlag beschädigte Kirche im Irak. (Archivbild)Großansicht
Mossul/Bagdad (dpa) - In der nordirakischen Stadt Mossul vergeht inzwischen kaum noch ein Tag, ohne dass ein Christ ermordet wird. Am Dienstagabend drangen mehrere bewaffnete Männer in das Haus einer christlichen Familie ein und töteten nach Angaben der Polizei den Vater und zwei Söhne.

In den vergangenen zwei Wochen haben Extremisten in der 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt bereits mehrere christliche Ladenbesitzer und Studenten ermordet.

Der Parlamentarier Osama al-Nudschaifi, dessen Bruder Athiel Provinzgouverneur in Mossul ist, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, die jüngsten Morde an Christen stünden in Zusammenhang mit der Parlamentswahl am 7. März. «Eine dunkle Macht mit eindeutigen politischen Ambitionen steckt hinter den Attentaten auf die Christen in dieser Provinz.» Ziel der Mörder sei es, die Christen in Panik zu versetzen, damit diese aus ihren Wohnbezirken fliehen und am Wahltag nicht ihre Stimmen abgeben können.

Die 14 christlichen Gemeinden des Landes hatten am 9. Februar einen Rat der Kirchenführer gegründet, um ihre Interessen künftig gemeinsam zu vertreten. Von den rund 1,5 Millionen Christen, die vor der US-Invasion von 2003 im Irak lebten, ist wegen der Verfolgung durch El-Kaida-Terroristen und Milizen inzwischen rund die Hälfte ausgewandert.

Konflikte / Religion / Christentum / Irak
24.02.2010 · 11:21 Uhr
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