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Christa Wolf will sich mit eigener Stasi-Vergangenheit auseinandersetzen

Berlin (dts) - Die Schriftstellerin Christa Wolf, 81, erklärt in einem Gespräch mit dem "Spiegel", sie erlaube sich kein Urteil zur Präsidentschaftskandidatur von Joachim Gauck, "weil ich es nicht ausreichend begründen könnte". Das eigene Ausharren in der DDR habe sich gelohnt, so die berühmte Autorin, weil sie 1989 "eine der ganz wenigen Revolutionen der deutschen Geschichte miterleben durfte". Außerdem habe es für sie "keine Alternativen, keinen Ort" gegeben, obwohl sie spätestens seit 1968 "in der DDR nicht mehr mitgespielt" habe. In ihrem neuen Buch "Stadt der Engel", das am 21. Juni erscheinen wird, setzt sich Christa Wolf auch damit auseinander, dass sie nicht nur über lange Zeiträume von der Stasi ausgeforscht wurde, sondern in den Jahren 1959 bis 1962 selbst mit dem DDR-Geheimdienst kooperierte. Das Thema habe sie nicht umgehen wollen, sagte sie dem "Spiegel". "Im Gegenteil: Es war einer der Anlässe dafür, dass ich dieses Buch geschrieben habe." Sie wolle sich durch das Schreiben selbst kennenlernen und sich "nicht schonen". Davor, dass sie ihren Kritikern mit dieser Offenheit zuarbeite, habe sie keine Angst, so Christa Wolf. "Warum sollten die Leute nicht bemerken, dass ich versuche, ehrlich zu sein?"
DEU / Literatur / Wahlen
12.06.2010 · 14:32 Uhr
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