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Chirurgin: Merkels Verletzung heilt in der Regel folgenlos

Angela MerkelGroßansicht

Berlin (dpa) - Schmerzhaft, aber relativ ungefährlich: Ein unvollständiger und einseitiger Beckenring-Bruch, wie ihn sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zugezogen hat, heilt meist ohne Langzeitfolgen. Trotz der Schmerzen sollten sich Patienten bald wieder bewegen, erklärte Julia Seifert, Vizepräsidentin des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen, am Montag der Nachrichtenagentur dpa - sonst drohe eine Thrombose.

Frage: Der Regierungssprecher sagt, Angela Merkel habe «einen unvollständigen Bruch im linken hinteren Beckenring». Was bedeutet das?

Antwort: Die Kanzlerin ist offenbar ungünstig gefallen, so dass sie sich das Becken verletzt hat. Dafür muss der Sturz nicht einmal besonders heftig sein. Die Verletzung betrifft anscheinend den hinteren Teil des Beckenringes, also nah an der Wirbelsäule. Das dürfte in der Kreuzbeinregion sein. Sofern es ein einseitiger, inkompletter Bruch ist, wäre das ein sogenannter stabiler Beckenringbruch, den man nicht operieren muss.

Frage: Wie wird so ein Bruch behandelt?

Antwort: Zuerst mit einer entsprechenden Schmerztherapie, außerdem Krankengymnastik und mit Entlastung der schmerzhaften Seite, etwa durch Gehstützen. Ich denke nicht, dass sie strenge Bettruhe haben wird. Bewegung ist wichtig für den Kreislauf und gegen Thrombose, die Verstopfung der Beinvenen.

Frage: Ist so eine Verletzung schmerzhaft?

Antwort: Das tut eine ganze Weile ziemlich weh, bis der Knochen so weit ist, dass er neue Knochenzellen ausbildet und wieder fest verheilt. Die Schmerzen nehmen mit der Zeit ab, aber im Zeitraum von zwei bis vier Wochen kann das sehr unangenehm sein.

Frage: Wie ist die Prognose - verheilt so ein Bruch vollständig?

Antwort: In der Regel verheilt das folgenlos. Die Brüche sind in einem Bereich, in dem viel weicher Knochen ist, der schnell verheilen kann.

Zur Person: Julia Seifert ist Leitende Oberärztin der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Unfallkrankenhaus Berlin. Außerdem ist sie seit 2012 Vizepräsidentin des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen (BDC).

Bundesregierung / Leute
06.01.2014 · 14:01 Uhr
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