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Chinesischer Künstler Ai Weiwei festgenommen

Ai WeiweiGroßansicht

Peking (dpa) - Der berühmte chinesische Künstler Ai Weiwei ist auf dem Pekinger Flughafen von der Grenzpolizei festgenommen worden. Das sagte ein Mitarbeiter Ais der Nachrichtenagentur dpa in Peking.

Er bestätigte damit erste Nachrichten von Freunden des Künstlers über den Kurzmitteilungsdienst Twitter. Ai Weiwei habe am Sonntag nach Hongkong fliegen wollen.

Die Polizei habe Ais Studio in Peking durchsucht und acht Mitarbeiter auf eine örtliche Polizeistation gebracht. Das Studio sei von der Polizei abgesperrt worden. Beamte bewachten alle Eingänge, sagte der Mitarbeiter.

Ai selbst war auch Stunden nach der Festnahme nicht zu erreichen, sein Mobiltelefon war abgeschaltet. Ai, der in der Vergangenheit immer wieder Deutschland besuchte hatte, wollte am 29. April eine Ausstellung in Berlin eröffnen. Zudem hatte der 53-Jährige kürzlich in einem Telefongespräch mit der dpa erklärt, er wolle ein neues Studio in Berlin eröffnen, auch weil er in Peking immer mehr am Arbeiten gehindert werde.

Seit Wochen geht Chinas Staatssicherheit hart gegen die kleine Bürgerrechtsbewegung vor. Die Pekinger Führung will damit ein Überschwappen der Revolte in der arabischen Welt verhindern. Erst vor wenigen Tagen hatten chinesische Bürgerrechtler Außenminister Guido Westerwelle aufgefordert, sich bei seinem Besuch in Peking für die Menschenrechte und für politische Gefangene einzusetzen.

Der 1957 geborene Ai Weiwei hat das «Vogelnest» genannte Olympiastadion in Peking mitentworfen, sich später aber von der Propagandaschau um die Olympischen Spiele distanziert. In Europa erregt Ai Weiwei immer wieder mit spektakulären Aktionen Aufmerksamkeit. So ließ er einen vier Tonnen schweren Riesenfels auf dem Gipfel des 2995 Meter hohen österreichischen Dachsteins installieren. Der Felsbrocken stammt aus der chinesischen Provinz Sichuan und soll sich dort im Mai 2008 bei dem verheerenden Erdbeben gelöst haben. Damals starben mehrere tausend Kinder und Jugendliche, als ihre Schulen einstürzten.

Menschenrechte / China
03.04.2011 · 13:27 Uhr
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