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China will Nordkorea zu Atomgesprächen bewegen

Wen Jiabao und Kim Jong IlGroßansicht
Pjöngjang/Peking (dpa) - Nordkorea hat seine Bereitschaft zu Gesprächen über sein Atomprogramm bekräftigt, ohne aber den Willen zu einer Rückkehr zu den Sechser-Verhandlungen erkennen zu lassen.

Mit einem Massenspektakel im Stadion von Pjöngjang feierten Militärmachthaber Kim Jong Il und der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao am Montag den 60. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen. In einer Rede sagte Wen Jiabao, beide Nachbarländer hätten sich in den sechs Jahrzehnten trotz der Wechsel in der internationalen Lage «verstanden, unterstützt und geholfen», wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua aus Pjöngjang berichtete.

Bei seiner Visite hat Wen Jiabao den Militärführer bislang noch nicht zu einer Rückkehr zu den Sechs-Parteien-Gesprächen über ein Ende seines Atomwaffenprogramms bewegen können. Am Sonntag hatte Regierungschef Kim Yong Il lediglich erklärt, Nordkorea wünsche unverändert eine nuklearwaffenfreie koreanische Halbinsel und sei «zu bilateralen und multilateralen Gespräch mit diesem Ziel bereit», wie Chinas Außenministerium in Peking berichtete. Er wiederholte damit im wesentlichen nur eine Erklärung von Kim Jong Il von Anfang September, der die Sechser-Runde mit Vermittler China, den USA, Südkorea, Japan und Russland im April einseitig aufgekündigt hatte.

Bei dem Treffen mit seinem nordkoreanischen Amtskollegen sagte Wen Jiabao offenbar unter Hinweis auf die Verpflichtungen Nordkoreas von 2005, sein Atomprogramm im Gegenzug für wirtschaftliche Hilfe und diplomatisches Entgegenkommen aufzugeben, die gemachten Zusagen seien im Interesse aller Beteiligten, einschließlich Nordkoreas. «Dialog und Konsultationen sind der einzige Weg, die Nuklearfrage auf der Halbinsel zu lösen», zitierte ihn Xinhua.

Chinas Ministerpräsident besichtigte am Montag einen Kriegsgräberfriedhof 100 Kilometer östlich von Pjöngjang, wo chinesische Soldaten beerdigt sind, die im Korea-Krieg (1950-53) auf nordkoreanischer Seite gekämpft haben. Auch Mao Anying, der Sohn des «Großen Steuermanns» Mao Tsetung, liegt dort begraben. Wen Jiabao legte einen Kranz nieder, wie Xinhua berichtete. 2,4 Millionen chinesische Soldaten waren Anfang der 50er Jahre nach Nordkorea geschickt worden, um gegen die Amerikaner und Südkoreaner zu kämpfen.

Konflikte / Atom / Nordkorea / China
05.10.2009 · 19:13 Uhr
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