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China kauft ungarische Staatsanleihen

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao (l.) und Gastgeber Viktor OrbanGroßansicht

Budapest (dpa) - China will massiv ungarische Staatspapiere kaufen und auch den Euro weiter stützen. Das sagte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao am Samstag nach einem Gespräch mit seinem ungarischen Amtskollegen Viktor Orban in Budapest.

Orban sprach von einer chinesischen Hilfe in «historischer» Größenordnung und von einem «Meilenstein». Nun brauche sich sein Land um die Staatsfinanzen keine Sorgen mehr zu machen. China sei nunmehr Ungarns «strategischer Partner».

Wen betonte, China habe «Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Europas» und sehe sich als «langfristigen Investor in Staatsschulden» europäischer Staaten. «Wir unterstützen konsequent Europa und den Euro», fügte Wen hinzu. China schätze als Europas Vorteil den hohen Stand der wissenschaftlichen Forschung sowie die gute Berufsausbildung. Deutschland biete eine herausragende verarbeitende Industrie und Großbritannien ausgezeichnete Finanzdienstleistungen. In Mittel-Osteuropa lägen zahlreiche Entwicklungschancen verborgen, sagte Wen.

Beide Staaten schlossen im Beisein der Regierungschefs zwölf Wirtschaftsabkommen. Die chinesische Entwicklungsbank wolle für gemeinsame Investitionen eine Milliarde Euro Kredit zur Verfügung stellen, sagte Wen. Orban sagte, chinesische und ungarische Firmen hätten jetzt Investitionsabkommen im Wert von einer Milliarde US-Dollar in der Chemiebranche geschlossen. China wolle zudem Ungarn zum Logistik- und Verkehrsknotenpunkt in Mitteleuropa machen. Ziel sei es, das bilaterale Handelsvolumen bis 2015 auf 20 Milliarden US-Dollar mehr als zu verdoppeln.

Auf eine Journalistenfrage, ob er mit Wen auch über «ideologische Fragen» gesprochen habe, sagte Orban, beide Länder respektierten die Politik des anderen. «Wir Ungarn ziehen unseren Hut» vor Chinas schnellem Wirtschaftsaufschwung. Pekings «fantastisch erfolgreiche Politik» gebe auch Ungarn Hoffnung. Für eine wirtschaftliche Wende brauche Ungarn «eine neue Art von Bündnissen und eine neue Art von Verbündeten». China und Ungarn sagten beide «nein zur Spekulantenwirtschaft» und verträten «eine Wirtschaft, die auf Arbeit basiert», sagte Orban.

Nach seinem zweitägigen Ungarnbesuch wollte Wen nach Deutschland und Großbritannien weiterreisen. Es war der erste offizielle Besuch eines chinesischen Regierungschefs in Ungarn seit dem Fall des Kommunismus. Am Montag wird Wen dann in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet.

International / Ungarn / China
25.06.2011 · 15:01 Uhr
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