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China-Besuch von Kim Jong Il ohne Durchbruch

Nordkoreas MachthaberGroßansicht
Peking (dpa) - Die Gespräche von Chinas Führung mit Nordkoreas Militärmachthaber Kim Jong Il in Peking haben keinen Durchbruch für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms gebracht.

Beide Seiten vereinbarten aber einen Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation. Während seiner viertägigen Visite hieß Kim Jong Il chinesische Investitionen willkommen und versprach, die «pragmatische Kooperation» aktiv zu verbessern, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag zitierte. Der bilaterale Handel im vergangenen Jahr wurde auf 2,7 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Ohne erkennbare Fortschritte blieben hingegen die Bemühungen, Nordkorea zurück zu den Atomverhandlungen zu holen. In seinem Gespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao erklärte Kim Jong Il laut Xinhua nur seine Bereitschaft, «mit China daran zu arbeiten, günstige Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Sechser- Gespräche zu schaffen». Der Militärführer habe sich unverändert für eine nuklearwaffenfreie koreanische Halbinsel ausgesprochen. Beide Führer erklärten, «alle betreffenden Parteien sollten Ernsthaftigkeit demonstrieren und positive Anstrengungen unternehmen, um die Sechser- Gespräche voranzubringen».

An den Verhandlungen, die Nordkorea im April 2009 einseitig abgebrochen hatte, nehmen auch die USA, Südkorea, Japan und Russland teil. Nordkorea hatte wiederholt die Aufhebung der amerikanischen Sanktionen gefordert, bevor es an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Der China-Besuch von Kim Jong Il war überschattet von den Enthüllungen über den mysteriösen Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes Mitte April mit 46 Toten. So verstärkt sich der Verdacht, dass Nordkorea etwas damit zu tun haben könnte, was Pjöngjang aber zurückweist. Sprengstoff- und Aluminiumspuren an dem geborgenen Wrack deuten darauf hin, dass das Schiff durch die Explosion eines Torpedos versenkt worden sein könnte.

Beide Länder bestätigten den geheimnisumwitterten Besuch von Kim Jong Il in China erst nach seiner Rückkehr nach Nordkorea. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hatte der Militärführer unter anderem Entwicklungszonen, Hafeneinrichtungen und hochtechnologische Unternehmen in den nordchinesischen Städten Dalian und Tianjin besichtigt. Chinas Präsident Hu Jintao sprach sich gegenüber Kim Jong Il dafür aus, die Zusammenarbeit in Wirtschaft und Handel auszuweiten. Dafür sollten die zuständigen Regierungsorgane Möglichkeiten diskutieren, zitierte Xinhua.

Regierungschef Wen Jiabao sagte Kim Jong Il zu, China werde Nordkorea wie bisher schon bei der Entwicklung seiner Wirtschaft und der Verbesserung des Lebensstandards seines Volkes helfen. Beide Länder hätten ein «großes Potenzial, um die Kooperation in Wirtschaft und Handel zu entwickeln», zitierte Xinhua den Premier. Gemeinsam sollten kooperative Projekte vorangebracht und die Infrastrukturvorhaben in den Grenzgebieten vorangebracht werden. Beide Seiten sollten «neue Kooperationsfelder erschließen».

Kim Jong Il traf in China auch Vizepräsident Xi Jinping und Vizeregierungschef Li Keqiang, die den Erwartungen nach bei dem Generationswechsel in Peking 2012 auf die Posten des Staats- und Parteichefs beziehungsweise des Ministerpräsidenten aufrücken sollen.

International / China / Nordkorea
07.05.2010 · 11:04 Uhr
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