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Chiles Kumpel gedenken Jahrestag der Verschüttung

Der chilenische Präsident Sebastián Piñera begrüßt bei der Feierstunde in Copiapó Bergarbeiter Mario Gomez (l).Großansicht

Santiago de Chile/Copiapó (dpa) - Vor einem Jahr wurde den 33 Kumpeln fast 700 Meter tief in der nordchilenischen Gold- und Kupfermine San José der Weg nach oben versperrt. Erst nach 69 Tagen konnten sie gerettet werden.

An diesem Freitag erinnerten sich viele von ihnen bei einem ökumenischen Gottesdienst in Copiapó und in Anwesenheit des Präsidenten Sebastián Piñera an das dramatische Ereignis.

«Ich möchte allen danken, von denen, die sauber machten bis zum Größten, dem Präsidenten», sagte der damalige Schichtführer der Bergarbeiter, Luis Urzúa, bei der Feier. Nicht alle Kumpel waren jedoch dabei. Vier von ihnen konnten nicht rechtzeitig von der Einweihung einer Ausstellung in Washington zurückkehren. Weitere zwei Bergleute kamen aus persönlichen Gründen nicht.

Mehrere der Kumpel leiden heute noch an den Folgen des Unglücks. «Ich fühle mich nicht wohl, um zu arbeiten. Ich habe Albträume und wache alle fünf Minuten auf», erklärte zum Beispiel Jimmy Sánchez (20), der Jüngste der Verschütteten.

Dario Segovia Rojo verkauft heute Obst auf den Straßen Copiapós. «Ich habe erst gestern die Entschädigung für den Verlust der Arbeitsstelle bekommen, ein Prozess gegen das Unternehmen läuft noch. Nur drei oder fünf von uns ging es gut nach der Rettung, und einigen geht es noch mieser als mir», klagte der ehemalige Kumpel.

Nach dem Gottesdienst wurde im Regionalmuseum von Atacama eine Ausstellung eingeweiht, unter anderem mit dem Zettel, auf dem die Kumpel nach 17 Tagen durch einen schmalen Bohrtunnel mitgeteilt hatten, dass es ihnen gut geht.

Bergbau / Unglücke / Chile
05.08.2011 · 22:12 Uhr
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