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Chef der Arzneimittelbehörde regt staatlichen Impfstoff-Kauf an

Bonn (dts) - Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Johannes Löwer, fordert Konsequenzen aus den Lieferengpässen bei Kinderimpfstoffen. "In Deutschland ist die Impfstoffversorgung nach den Regeln des freien Marktes organisiert", sagte Löwer gegenüber dem Magazin "Spiegel". Der BfArM-Präsident forderte hingegen zum Nachdenken "über eine andere Lösung" auf. In England zum Beispiel werde die Versorgung mit Impfstoffen staatlich organisiert, so Löwer: "Dort werden die meisten Impfstoffe zentral eingekauft und auf Vorrat gelagert. Das garantiert eine gewisse Unabhängigkeit von den Pharmafirmen." In Deutschland funktioniere die Versorgung über den freien Markt nach Ansicht Löwers dagegen nicht immer. So waren in der vergangenen Woche Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken teilweise nicht lieferbar. Laut Löwer komme es in Deutschland "immer wieder zu Lieferengpässen" bei Impfstoffen, wie etwa dem Tollwutimpfstoff im Jahr 2008. Ein Einkauf der Impfstoffe durch den Staat würde den gesetzlichen Krankenkassen zudem Geld sparen, weil "die Impfstoffe deutlich billiger" wären, so der BfArM-Präsident. "Das derzeitige Vorgehen führt dazu, dass Impfstoffe in Deutschland teurer sind als in anderen Ländern."
DEU / Gesundheit
12.02.2010 · 15:00 Uhr
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