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Chef-Ankläger: Sauerland-Gruppe plante «Massenmord»

Warten im Oberlandesgericht DüsseldorfGroßansicht
Düsseldorf (dpa) - Die islamistische «Sauerland»-Gruppe hat aus Sicht der Bundesanwaltschaft einen für Deutschland einzigartigen «Massenmord» geplant.

Die vier Angeklagten seien von einem unbändigen Hass auf US-Soldaten und ihrer Freude am Massenmord getrieben gewesen und hätten auch vor der Tötung unschuldiger Frauen und Kinder nicht zurückgeschreckt, sagte Bundesanwalt Volker Brinkmann am Mittwoch im Düsseldorfer Oberlandesgericht. Der Chef-Ankläger warnte in seinem Plädoyer eindringlich vor dem «Krebsgeschwür des islamistischen Terrorismus». Dieser kenne keine Tabus mehr und sei in der Auswahl der Opfer beliebig geworden.

Echte Reue hätten die Männer in dem seit neun Monaten dauernden Prozess nicht gezeigt, sagte Brinkmann. Sie sei auch nicht das Motiv für die umfassenden Geständnisse gewesen. «Die Angeklagten wollten sich mit ihren Einlassungen Strafmilderung erkaufen. Selbst der überzeugteste Gotteskrieger will nicht im Gefängnis sitzen und den Dschihad an sich vorbeiziehen lassen», sagte Brinkmann.

Die Terroristen der Islamischen Dschihad Union (IJU) hätten aus religiöser Verblendung Bomben mit unvorstellbarer Sprengkraft bauen wollen. Diese hätte um ein Vielfaches über der Sprengkraft der Bomben gelegen, die Islamisten 2005 in London zündeten. «Die Angeklagten haben dem Islam geschadet. Sie haben den Vorbehalten gegen die zweitgrößte Religionsgemeinschaft der Welt neue Nahrung gegeben», sagte Brinkmann. Dabei teilten nur wenige Muslime die wahabitisch-fundamentalistischen Ansichten der Terroristen.

Der Prozess sei in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich, sagte Brinkmann: So sei der Umfang mit inzwischen 530 Aktenordnern und 2600 Asservaten mit einer Datenmenge von 3,6 Terabyte enorm. Auf Papier ausgedruckt könnte man das Gerichtsgebäude dahinter verstecken.

Fritz Gelowicz, Daniel Schneider, Adem Yilmaz und Atilla Selek seien von der IJU-Führung nach Deutschland geschickt worden, weil sie den Amerikanern dort «mit weniger Aufwand größeren Schaden zufügen konnten» als im pakistanisch-afghanischen Kampfgebiet. Die IJU habe «den Dschihad nach Deutschland bringen wollen», sagte Bundesanwältin Cornelia Zacharias.

Die Bundesanwälte haben für ihren Schlussvortrag zwei Verhandlungstage vorgesehen. Ihre Strafforderung gegen die vier Angeklagten wollen sie erst an diesem Donnerstag bekanntgeben. Das Urteil ist für den 4. März geplant.

Den weitgehend geständigen Angeklagten wird Verabredung zum Mord, Vorbereitung von Sprengstoffanschlägen in Deutschland und Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung vorgeworfen. Sie wollten mit Autobomben schwere Anschläge auf US-Kasernen, Flughäfen und Diskotheken in Deutschland begehen.

Drei der vier Angeklagten waren im Herbst 2007 nach monatelanger Beobachtung in einem Ferienhaus im Sauerland festgenommen worden, ein vierter später in der Türkei. Der Prozess gilt als das umfangreichste Terrorverfahren seit der Zeit der RAF-Prozesse.

Prozesse / Terrorismus
03.02.2010 · 16:10 Uhr
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